7.12.2006 - Umwelt
Umwelt- und Naturschutzpreis verliehen

Seit 1982 verleiht die Stadt Fürth Umwelt- und Naturschutzpreise für besondere Leistungen in diesem Bereich. Diesmal hat Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung eine Vielzahl von Einrichtungen und Institutionen auszeichnen können. Die Bandbreite beweise, so das Stadtoberhaupt, dass sich in Fürth alle gesellschaftlichen Kräfte in diesem Feld engagieren und Außergewöhnliches leisten. Den Umwelt- und Naturschutzpreis, der mit 1500 Euro dotiert ist, teilen sich in diesem Jahr der Bauverein Fürth eG und die Firma Dynamit Nobel.

Engagement für den Umwelt- und Naturschutz: die Preisträger freuten sich über die Ehrung im Rathaus.

Foto: Mittelsdorf

Die eingetragene Genossenschaft unterhält in der Kleeblattstadt über 1800 Wohnungen, die allen Anforderungen an ein modernes Zuhause gerecht werden. Zusätzlich aber legt der Bauverein großen Wert auf Grünflächen, die insgesamt über 100 000 Quadratmeter umfassen und in der Summe ähnlich groß wie der Südstadtpark sind. Für die Pflege der verschiedenen Areale und der 879 Bäume werden drei Gärtner beschäftigt. Auch die Nutzung von Solarenergie treibt der Bauverein voran und unterhält in der Südstadt auf einer Gesamtfläche von über 400 Quadratmetern Photovoltaikanlagen, deren Gesamtleistung bei 46 Kilowattpeak liegt. „Der Bauverein Fürth setzt sich auf bemerkenswerte Weise nicht nur für seine Mieterinnen und Mieter, sondern auch für die Stadt und die Umwelt ein“, strich OB Jung heraus. Ein Engagement, das den Umwelt- und Naturschutzpreis verdiene.

Das Unternehmen Dynamit Nobel hat seine gesamte Wärme- und Energieversorgung neu konzipiert und von Heizöl auf Erdgas umgestellt. Auf diese Weise gelang es, den Kohlendioxid-Ausstoß um die Hälfte und die Kohlenmonoxidund Schwefeldioxidwerte drastisch zu senken. Die Staubemission wurde um 99 Prozent reduziert. Nebeneffekt war dabei aber auch, dass der Energieverbrauch um 25 bis 30 Prozent zurückging. Das Gesamtinvestitionsvolumen für alle Maßnahmen betrug 3,5 Million Euro. Für OB Jung und die Jury im Bereich des betrieblichen Umweltschutzes ein beispielhaftes Wirken, das mit Unterstützung der Firma RUAG Ammotec GmbH, innerhalb kürzester Zeit umgesetzt wurde.

Eine Anerkennung, die mit 750 Euro belohnt wurde, hat die Familie Stephan und Bettina Gsell für ihr – wie Jung sagte – ihr „Heizwunderhaus“ erhalten. Bei der Verwirklichung ihres Traums von den eigenen vier Wänden setzten die Gsells voll auf Energie sparen und den Umweltschutz. Mit Hilfe einer Wärmepumpe, eines Flächenkollektors im Garten und drei Sonnenkollektoren in der Größe von siebeneinhalb Quadratmetern auf dem Flachdach des Anbaus deckt die fünfköpfige Familie ihren gesamten Warmwasser- und Wärmebedarf. Die Folge: es werden so gut wie keine Emissionen verursacht und die jährlichen Nebenkosten betragen nur 260 Euro. Bemerkenswert und beispielhaft, sagte die Jury und zeichnete die Familie aus.

Der Respekt und die Achtung vor anderen Lebewesen stehen nach den Worten von OB Jung im Vordergrund des Engagements der Gruppe „Bats meet friends“ (Fledermäuse treffen Freunde) des Bundes Naturschutz, Kreisgruppe Fürth Stadt. Unter der Leitung der Biologin Katharine Michielin haben sich seit dem Sommer 2005 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 14 Jahren ganz dem Fledermausschutz verschrieben. Primäres Ziel war, die Lebensräume und Lebensbedingungen sowie die dabei auftretenden Probleme kennen zu lernen, um daraus Rückschlüsse für die zukünftige Betreuung zu ziehen. Mit dem Bau eines „Bat-Detectors“ haben die jungen Tierfreunde den ersten Schritt gemacht und die Fledermäuse geortet. Danach ging es darum, den Tieren ein sicheres Zuhause zu geben und Orte zu finden, wo sie – ohne gefährdet oder gestört zu sein – überwintern können. Das gelang zum Beispiel, indem Nistkästen aufgehängt wurden. Die Preisrichter empfanden diesen achtsamen Umgang mit der Natur anerkennenswert. Ebenso wie die Regierung von Mittelfranken, die – wie der Leiter der Umweltplanung, Hans Gerdenitsch, bei der Preisverleihung mitteilte – das Umweltbildungsprojekt zukünftig mit 7000 Euro fördern wird.

Copyright: © Stadt Fürth 2021
morelink: https://www.fuerth.de/desktopdefault.aspx/tabid-408/691_read-14651/