16.12.2008 - Bauprojekte
Fassadensanierungen ausgezeichnet

In Deutschland gibt es nach Ansicht von Stadtbaurat Joachim Krauße keine moderne Großstadt, in deren Kernbereich so viele neu hergerichtete, denkmalgeschützte Gebäude stehen: „Die Zahl der schwarzen, unansehnlichen Häuser ist mittlerweile deutlich in der Minderzahl und in fünf bis zehn Jahren wird man die Innenstadt als touristische Attraktion bezeichnen.“ Einen großen Anteil daran haben vor allem auch Privatpersonen, die durch Fassadensanierungen ihrer Baudenkmäler zu einem attraktiven Erscheinungsbild beitragen.

Die Stadt zeichnete in diesem Jahr wieder gelungene Sanierungsmaßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden aus. Im Hintergrund das viergeschossige Mietshaus in der Theresienstraße 37.

Foto: Mittelsdorf

Die Stadt fördert solche Projekte jedes Jahr durch sogenannte Anerkennungsprämien, die Oberbürgermeister Thomas Jung zusammen mit dem Baureferenten dieser Tage überreichte. Es handele sich dabei zwar um eine vergleichsweise bescheidene Unterstützung, doch wolle man ein Zeichen setzen, wie wichtig diese Maßnahmen sind, sagte das Stadtoberhaupt. Besonders positiv ist für Jung, dass die Sanierungsmaßnahmen auch nach dem Jubiläumsjahr fortgesetzt wurden. Zudem freue er sich besonders, dass im kommenden Jahr mit dem früheren Zollhaus an der Billinganlage ein weiteres wichtiges Baudenkmal grundlegend hergerichtet wird.

Insgesamt zeichnete die Stadt in diesem Jahr fünf gelungene Fassaden- und Dachrenovierungen aus, durch die das gesamte Erscheinungsbild der jeweiligen Straßenzüge aufgewertet wurde. Ein Beispiel dafür ist das Objekt Schwabacher Straße 127: Ein viergeschossiges Neurenaissance- Mietshaus, das im Jahr 1884 erbaut wurde. Die Eigentümer Grete und Nicolai Scherle haben das unter Denkmalschutz stehende Gebäude im Erdgeschoss restauriert und durch die Freilegung des Sandsteins den ursprünglichen Zustand wiederhergestellt.

Ausgezeichnet wurden zudem die Fassaden- und Dachsanierungen der zwei viergeschossigen Jugendstil-Mietshäuser Theresienstraße 35 (erbaut 1909) von Erika Ginser und 37 (1909 bis 1910) von Gabriele Ludwig. Sie stellen nun im Umfeld der neuen Uferpromenade einen architektonisch wertvollen Blickfang dar.

Gleiches gilt für das Anwesen in der Pfisterstraße 6, das für das Stadtbild prägend und darüber hinaus von geschichtlicher Bedeutung ist, da es sich um die ehemalige Blattgoldfabrik Leonhard Kurz handelt. Die Südobjekt Wohnbau richtete das Haus unter sehr hohem Aufwand her und ließ Ausmalungen sowie historische Elemente restaurieren.

Insgesamt schüttete die Stadt in diesem Jahr 17 750 Euro an Anerkennungsprämien aus. Der Löwenanteil von 15 000 Euro geht an die Besitzer des Wilhelm-Löhe-Hauses in der Königstraße 27. Das im 18. Jahrhundert errichtete zweigeschossige Wohngebäude wird von der Familie Brigitte und Stefan Bär derzeit noch aufwändig saniert. In diesem Jahr konnte die Restaurierung von Dach und Fassade abgeschlossen werden.

„Durch unsere Zuwendung wollen wir die Bemühungen der Bauherren unterstützen, das denkmalgerechte Erscheinungsbild des historisch enorm wertvollen Geburthauses von Wilhelm Löhe aufrecht zu erhalten“, erklärte der Leiter der Bauaufsicht Ralf Röder. Ein Ziel der Anerkennungsprämien, die der OB zusammen mit Urkunden überreichte, ist, weitere Hausbesitzer, aber auch Baugesellschaften zu ermutigen, dem Beispiel zu folgen und durch Sanierungen das Stadtbild aufzuwerten. Denn eines ist für Jung klar: „Die Denkmalstadt Fürth muss ihre Substanz bewahren.“

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