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19.5.2022 - Umwelt

Wasserkraftwerke in Fürth bedroht

„Wir werden von Fürth aus nicht locker lassen“, kündigte OB Thomas Jung anlässlich einer geplanten Gesetzesänderung der EEG-Förderung an. In der Kleeblattstadt wären alle vier Wasserkraftwerke betroffen und von Schließung bedroht. Foto: Wunder


Für Oberbürgermeister Thomas Jung ist es „die mutwillige Vernichtung der Wasserkraft in Deutschland und Fürth“: Am 6. April 2022 hatte das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Novellierung des Erneuerbaren Energiegesetzes (EEG) behandelt. Das Bundesministerium für Wirtschaft- und Klimaschutz hatte dabei ergänzt, dass bei kleinen Wasserkraftanlagen mit einer Leistung von weniger als 500 kW künftig jede EEG-Förderung entfallen soll.

Dieser Vorschlag ist aus Sicht des Fürther Rathauschefs ein völlig falsches Signal in Anbetracht der aktuellen Energieversorgungsanlage in Deutschland: „Der Artenschutz wird hier über den Klimaschutz gestellt – doch das ist in diesem Fall nicht richtig.“ Denn, so Jung bei einem Vor-Ort-Termin, die Wasserkraftanlage in Flexdorf sei über 100 Jahre alt und weise einen großen Artenreichtum an Fischen auf. 

In der Kleeblattstadt sind alle vier Wasserkraftwerke – neben Flexdorf  an der Wolfsgrubermühle, der Foerstermühle und Vacher Mühle – aufgrund ihrer geringen Größe betroffen. Dabei sei die Wasserkraft in der Stadt Fürth eine stabile und zuverlässige Größe bei der Energieversorgung, wie Jung betonte.

Die WBG-Tochter wohnfürth hat das Anwesen in der Flexdorfer Straße 1 samt der Wasserkraftanlage im Jahr 2018 erworben. Eine notwendige Sanierung würde laut einem Gutachten 350 000 bis 400 000 Euro verschlingen. Dann könnte die Produktionsmenge von derzeit jährlich 60 000 auf 128 000 kWh gesteigert und 25 Haushalte komplett mit Strom versorgt werden. Doch mit der geplanten Gesetzesänderung würde die Anlage nicht mehr gefördert und von der Vergütung über die EEG-Umlage ausgeschlossen. Laufende Kosten wie Wartungen oder Reparaturen müssten dann voll vom Betreiber der Anlage, also der wohnfürth, übernommen werden.

In Deutschland werden durch Wasserkraftwerke eine Milliarde kWh pro Jahr produziert, in Fürth sind es insgesamt 6,5 Millionen. Die in der Kleeblattstadt erzeugte Energie qualitätsgleich und klimaneutral zu ersetzen, würde bedeuten, 420 Hektar Pflanzen für Biogas anzubauen oder rund acht Hektar, also 80 000 Quadratmeter des Stadtgebiets mit Photovoltaikanlagen zu belegen.

„Während das EEG in §2 ein überragendes öffentliches Interesse für alle erneuerbaren Energien festschreibt, soll im selben Gesetz dies der Wasserkraft wieder abgesprochen werden“, sagte OB Jung, „das ist ein nicht nachvollziehbarer Widerspruch zu allen Aussagen des Klimaschutzministers und des Koalitionsvertrags. Es bedeute einen unverständlichen Rückschritt auf dem Weg zur Klimaneutralität. Jung appellierte   daher an die Bundestagsabgeordneten, dies nicht zuzulassen; einen entsprechenden Beschluss hat er auch jüngst beim Bayerischen Städtetag initiiert.

 

 

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