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8.9.2021 - Stadtnachricht
Trinkwasserversorgung sehr gut aufgestellt

Der Klimawandel und die damit einhergehenden Extremwetterereignisse samt immer länger andauernden Trockenperioden wirken sich ebenso auf die Trinkwasserversorgung aus wie das Bevölkerungswachstum. Ist dadurch die ausreichende und nachhaltige Versorgung mit Trinkwasser für die Stadt Fürth auch in Zukunft dauerhaft gesichert? Ein klares "Ja" kommt von Oberbürgermeister Thomas Jung und infra-Chef Marcus Steurer.

Ein wichtiger Pfeiler im Trinkwasserkonzept der infra: Oberbürgermeister Thomas Jung (re.) und infra-Chef Marcus Steurer blicken auf das Wasserschutzgebiet südlich des Scherbsgrabens entlang der Rednitz, das bis weit in den Landkreis insgesamt rund 1300 Hektar umfasst. Foto: Ebersberger

Der Grundwasserspiegel ist in den vergangenen Jahren nur geringfügig gesunken, von Wasserknappheit wie andernorts ist die Kleeblattstadt bislang verschont geblieben, die Wasserqualität ist top. Zudem verfügt die Stadt über eine im Vergleich mit anderen Städten hohe Selbstversorgungsquote. Rund 54 Prozent des gewonnenen Grundwassers kommen direkt aus dem Rednitzgrund, weitere zwei Prozent aus dem Wasserwerk in Mannhof. Über eine 33 Kilometer lange Fernleitung nach Allersberg wird der Rest gedeckt.

Um aber auch in der Zukunft die Fürther Bevölkerung mit bester Trinkwasserqualität versorgen zu können, müsse man "natürlich investieren", erklärt Steurer. Auch vor dem Hintergrund, dass die Einwohnerzahl weiter steigt, auf rund 135 000 schätzen Experten für das Jahr 2029. Die jährliche Abgabemenge könnte dann von derzeit etwa acht Millionen Kubikmeter auf 9,5 Millionen anwachsen. Dies entspricht 9,5 Milliarden Liter Wasser.

Erste Weichen stellt der städtische Wasserversorger mit einer umfassenden, rund fünf Millionen Euro teuren Modernisierung des Wasserwerkes im Knoblauchsland. Der Versorgungsanteil soll dort um acht Prozent gesteigert werden, wodurch mit Ende der Maßnahme im Herbst 2022 der Selbstversorgungsgrad der Stadt auf 64 Prozent ansteigt.
Darüber hinaus hat die infra auch eine Sanierung der in den 1960er Jahren errichteten Fernwasserleitung als "essenzielle Versorgungsader" im Visier. Bis die Maßnahme startet, wird es aber, so der infra-Chef, "noch etwa zehn Jahre dauern."

Wichtige Bausteine im Konzept der infra sind die Trinkwasserschutzgebiete mit ihren insgesamt 108 Brunnen. Die intakten Wiesenflächen übernehmen wertvolle Filterfunktionen und schützen das Grundwasser vor Schadstoffen. Umso mehr ist ein engmaschiges Schutzgebietsmanagement ein wichtiger Bestandteil des infra-Versorgungskonzepts der Zukunft. Keine noch so raffinierte Aufbereitung kann das von der Natur geschaffene Rohprodukt Grundwasser ersetzen.
Neben einer regelmäßigen Wasserüberprüfung im infra-eigenen, zertifizierten Labor, werden die klimatischen Verhältnisse und deren Auswirkungen auf das Trinkwasser ständig beobachtet, untersucht und bewertet. Verschiedenste Szenarien werden entwickelt und entsprechende Lösungen geplant.
OB Jung appellierte aber auch an die Menschen in Fürth, mit dem Trinkwasser als "Grundlage unseres Lebens" weiterhin verantwortungsvoll umzugehen. Schadstoffe wie Öle oder Fette sollten gar nicht erst im Wasser landen, unnötige Wasserverschwendung vermieden werden. Aber auch die Wirtschaft und Industrie seien hier in der Pflicht.

 

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