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2.8.2012 - Wirtschaft

Hafen Fürth feiert 40-jähriges Bestehen

Rund 20 Millionen Mark hat der Bau des Hafens am Main-Donau-Kanal vor 40 Jahren gekostet. „Eine damals vergleichsweise sehr hohe Summe, wenn man bedenkt, dass das jährliche Durchschnittseinkommen eines Arbeitnehmers 1972 bei knapp 16 500 Mark lag“ so infra-Chef Hans Partheimüller beim einem Termin anlässlich des runden Jubiläums. Umso mehr beeindruckt ihn heute der Weitblick und Mut der Verantwortlichen von damals. Anders als in der Nachbarstadt Nürnberg, die zur gleichen Zeit einen Staatsbetrieb errichtete, entschied man sich in der Kleeblattstadt für einen privatwirtschaftlich ausgerichteten Hafen am Main-Donau-Kanal.

Am 15. Juli 1972 nahm der Hafen Fürth seinen Betrieb auf. Rund 25 000 Schaulustige kamen zur Hafeneinweihung. Archivfoto: Knut Meyer

Am 15. Juli 1972 nahm der Hafen Fürth seinen Betrieb auf. Rund 25 000 Schaulustige kamen zur Hafeneinweihung. Archivfoto: Knut Meyer

Erbauer und Eigentümer war die Stadt Fürth, der auch die Verwaltung und die Aufsicht oblag. Den Betrieb übernahm die Fürther Hafenbetriebsgesellschaft (FHG), eine Tochtergesellschaft des Salzgitter-Konzerns. Sie hatte das alleinige Umschlagsrecht und zeichnet auch für die Ausstattung wie die Hafenkräne verantwortlich.

Inzwischen hat sich die Schifffahrtsanlage in der Kleeblattstadt zu einem modernen Dienstleistungszentrum entwickelt. Nach wie vor bietet das trimodale System aus Wasser, Schiene und Straße der heimischen Wirtschaft ein attraktives Umschlagdrehkreuz, das sich seit 2005 im Eigentum der infra befindet. Den Betrieb vor Ort übernahm das Duisburger Unternehmen Lehnkering, ein europaweit führender Logistikdienstleister in den Schwerpunktbranchen Chemie und Stahl.

Partheimüller ist mit der Entwicklung in den vergangenen Jahren sehr zufrieden. 2011 wurden rund 100 Schiffe entladen und mehr als 123 000 Tonnen auf den Gleisen umgeschlagen. Das entspricht in etwa dem Inhalt von 2470 Waggons. „Leider ist die vorhandene Fläche von rund 14 Hektar ausgereizt, so dass keine Neuansiedlungen mehr möglich sind“, schildert er weiter die Lage. Umsatzsteigerungen wären nur durch vermehrten Umschlag der im Hafen vertretenen Unternehmen und der heimischen Wirtschaft möglich.

Doch im allgemeinen Trend zum Schiffsurlaub sieht er eine neue Chance: Kein anderer Bereich des Tourismus wächst nach Angaben des deutschen Reiseverbandes derzeit so stark wie Kreuzfahrten – auch Flusskreuzfahrten. Steigende Passagierzahlen bieten ein großes Potenzial. Denn aufgrund von Bauarbeiten im benachbarten Hafen Nürnberg kommt es dort zu Kapazitätsengpässen. So werden vermutlich 2012 einige Passagierschiffe in Fürth anlegen. Sollte dies erfolgreich verlaufen, so kann sich Partheimüller einen entsprechenden Ausbau der benötigten Infrastruktur durchaus vorstellen.

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