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17.6.2014 - Wirtschaft

Initiativkreis verleiht Ludwig-Erhard-Preis

Vor 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat der Ludwig-Erhard-Initiativkreis zum zwölften Mal den nach dem großen Sohn der Stadt und Begründer der sozialen Marktwirtschaft benannten Preis verliehen. Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an die Sozialpsychologin Tamara Hagmaier-Göttle, die an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema „Berufungserleben: der Idealfall einer gelungenen Berufstätigkeit? Konzeptualisierung, Messung und Konsequenzen“ promoviert hat. Als Festredner verwies Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, auf die Bedeutung junger Forscherinnen und Forscher, denn „die soziale Marktwirtschaft ist kein Dogma, sondern muss verantwortlich weiter entwickelt werden.“

Die diesjährige Preisträgerin Tamara Hagmaier-Göttle freut sich zusammen mit Evi Kurz, Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und den weiteren Preisträgern Katrin Drasch und Dominik Kögel über die Auszeichnung (v. li.).  Foto: Thomas Scherer

Die diesjährige Preisträgerin Tamara Hagmaier-Göttle freut sich zusammen mit Evi Kurz, Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises, Bundesland- wirtschaftsminister Christian Schmidt und den weiteren Preisträgern Katrin Drasch und Dominik Kögel über die Auszeichnung (v. li.).
Foto: Thomas Scherer

Aus diesem Grund unterstützt der seit Ludwig Erhard erste Bundesminister aus Fürth auch nachdrücklich das Projekt Ludwig-Erhard-Zentrum (LEZ), das im Geburtshaus des ehemaligen Bundeskanzlers in der Fürther Innenstadt nebst einem Neubau ab dem kommenden Jahr als bundesweite Anlaufstelle für Dokumentation, Begegnung und Forschung entstehen soll. „Bund, Freistaat Bayern und die Stadt Fürth arbeiten  gemeinsam mit großzügigen Gönnern und Investoren an der Verwirklichung“, betonte Schmidt. Das LEZ sei eine lohnende Investition, weil es die Erinnerung an einen der Väter der sozialen Marktwirtschaft aufrechterhalte. Als Ort der Forschung könne es in Europa wichtige Akzente setzen und entscheidende Impulse in die Welt senden.

Inwieweit die Bundesregierung das Projekt über die bereits zugesagten Zuschüsse hinaus unterstützen werde, dazu wollte Christian Schmidt, der kurzfristig für den in Berlin unabkömmlichen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Festrede hielt, keine Aussagen machen. „Das steht mir nicht zu“, meinte er, zeigte sich aber zugleich sicher, das Bundeswirtschaftsministerium, dessen erster Hausherr der 1897 in Fürth geborene Erhard war, werde die Unterstützung im bisherigen Geiste fortführen.

Etwas konkreter wurde Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in seinem Grußwort. 80 Prozent der zuschussfähigen Mittel werde der Freistaat Bayern unter anderem über die Städtebauförderung bereitstellen. Bis 2018 hat die Staatsregierung bereits die Übernahme der Betriebskosten des LEZ versprochen, „was aber nicht heißt, dass es danach nicht weiter geht.“

Vom Entwurf für den Neubau ist Herrmann sehr angetan. „Und er würde auch Ludwig Erhard gefallen, der ja ein Freund moderner Architektur war.“ Den Hauptzweck dieses „einmaligen und national bedeutsamen“ Zentrums sieht er darin, die Idee der sozialen Marktwirtschaft weiterzutragen und ihm „den Geist Ludwig Erhards einzuhauchen.“

Oberbürgermeister Thomas Jung verwies auf die unmittelbare Nähe zu den Geburtshäusern anderer weltweit bekannter Fürther wie Henry Kissinger, Wilhelm Löhe oder Leopold Ullstein und versprühte Vorfreude: „Dieses Ludwig-Erhard-Haus muss sein und es wird sein.“ Erhards Heimatstadt werde deshalb das Projekt nicht nur angesichts der Großzügigkeit von Bund und Land weiterhin unterstützen.

Von den privaten Stiftungsmitgliedern kamen bislang 1,6 Millionen Euro, wie die Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises, Evi Kurz, stolz vermeldete. Fürth sei die „Wiege der sozialen Marktwirtschaft, hier lernte Ludwig Erhard, was sich mit Fleiß und harter Arbeit erreichen lässt.“ Gleichzeitig habe ihn die Weltwirtschaftskrise von 1929, die letztlich auch seine Eltern zwang, das Haus zu verkaufen, tief geprägt.

Weitere Informationen rund um das LEZ finden Sie unter Broschüre im rechten Bereich dieser Seite.         

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