18.7.2016 - Wirtschaft
Neuanfang für das City-Center

Eine über zehn Jahre anhaltende und frustrierende Hängepartie ist zu Ende. Heute hat der Geschäftsführer der P & P Gruppe Bayern, Michael Peter, zusammen mit Oberbürgermeister Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass sein Unternehmen das darbende Einkaufszentrum City-Center erworben hat. Mit dem Ziel, das frühere Flaggschiff des Fürther Einzelhandels zu "revitalisieren". Das sei sein Lieblingswort, erklärte Peter, denn das bedeute etwas Altes wieder mit Leben zu füllen – eine Unternehmensphilosophie, der er sich schon immer verpflichtet sah.

Endlich steht das darbende City-Center steht vor einem Neuanfang. Die P & P Gruppe Bayern um Geschäftsführer Michael Peter (3. v. re.) hat das Einkaufszentrum erworben und will es revitalisieren. Ganz zur Freude von Herbert Müller vom Organisationsteam zum Verkauf der Immobilie, Wirtschaftsreferent Horst Müller und Oberbürgermeister Thomas Jung (v. li.). Bei einem Pressegespräch beantworteten sie heute zusammen mit P & P-Justitiar Frank Schiener (2. V. re.) und dem Projektleiter Matthias Langner (li.) die Fragen der Journalisten. Foto: Mittelsdorf

Endlich steht das darbende City-Center vor einem Neuanfang. Die P & P Gruppe Bayern um Geschäftsführer Michael Peter (3. v. re.) hat das Einkaufszentrum erworben und will es revitalisieren. Ganz zur Freude von Herbert Müller vom Organisationsteam zum Verkauf der Immobilie, Wirtschaftsreferent Horst Müller und Oberbürgermeister Thomas Jung (v. li.). Bei einem Pressegespräch beantworteten sie heute zusammen mit P & P-Justitiar Frank Schiener (2. v. re.) und dem Projektleiter Matthias Langner (re.) die Fragen der Journalisten. Foto: Mittelsdorf

Zunächst will sich P & P nach seiner Auskunft dem sogenannten Basement im Erdgeschoss und dem ersten Untergeschoss widmen. Das würde bedeuten, dass von den insgesamt 26 000 Quadratmetern Verkaufsfläche etwa 15 000 wieder der früheren Nutzung zugeführt werden. Auf einen genauen Zeitplan wollte er sich nicht festlegen. Zunächst gehe es darum, das Projekt zu entwickeln und ein Konzept zu erstellen. In drei Jahren könnte das City-Center dann wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

"Ich hatte eigentlich die Hoffnung schon aufgegeben", sagte Jung. Angesichts des vor vier Jahren gescheiterten Verkaufs der Immobilie an einen Investor und der darauf folgenden langwierigen juristischen Auseinandersetzungen habe er damit gerechnet, dass es noch Jahrzehnte dauere, bis in die Einkaufsmeile wieder Leben einziehen könne. Umso mehr freue er sich, dass nun doch eine Lösung in Sicht sei, die die Einkaufslandschaft vollenden würde und für eine wachsende Großstadt wie Fürth angemessen und notwendig sei.

In der Vergangenheit hat die komplizierte Eigentümerstruktur mit 351 Parteien dafür gesorgt, dass weder die Veräußerung noch die Sanierung und Modernisierung des Konsumtempels gelang und sein Niedergang immer größere Ausmaße annahm. Bis zur heutigen Situation, in der Billigläden für eine basarähnliche Atmosphäre sorgen. Einzig Wirtschaftsreferent Horst Müller, der sich zusammen mit seinem Namensvetter Herbert Müller über zehn Jahre unermüdlich in einem extra gegründeten Projektteam mühte, einen Verkauf herbeizuführen, habe – so der Rathauschef – noch an eine gute Entwicklung geglaubt. Kein Wunder also, dass der Referent seine "unglaubliche Erleichterung" nicht verbergen mochte. "Ich erinnere mich an dramatische Sitzungen, die zu nichts führten und mit Frustration endeten", beschrieb Müller. Oft hätte es Interesse von auf dem Gebiet des Einzelhandels renommierter Investoren gegeben. "Sie sind alle wieder heimgefahren, nachdem sie die Eigentümerstruktur kennengelernt hatten."

Nicht hoch genug einzuschätzen sei daher der Mut von Peter, sich nun des Projekts anzunehmen und damit auch Neuland zu betreten. Hat sich das Unternehmen doch bislang vor allem mit dem Wohnungsbau und der Revitalisierung von Wirtschaftsimmobilien befasst. "Sich weiterzuentwickeln, sich neu zu erfinden und immer wieder neue Herausforderung zu stellen wie zuletzt beim Einstieg in das Hotelgeschäft, ist tief in der Geschichte von P & P verankert", erläuterte der Geschäftsführer. Die Aufgabe gehe man mit Respekt und Demut an und wisse um die große Verantwortung, die damit verbunden sei.

Seit zwei Jahren arbeitet die Gruppe an dem Projekt, das wie Peter sagte einer Achterbahnfahrt glich. Immer wieder gab es Rückschläge, vor allem auch in der Endphase, als ein britischer Fonds mit einem vergleichsweise kleinen Anteil die Verhandlungen blockierte. Nun sei man handlungsfähig und stehe in den Startlöchern. Vom Potential des Objekts ist Michael Peter überzeugt: "Das City-Center gehörte einmal zu den fortschrittlichsten Einkaufzentren in Deutschland, hier hat das Leben pulsiert." Der Standort verfüge über eine ideale Anbindung. "Daran wollen wir anknüpfen und ein Zentrum schaffen, in dem sich Jung und Alt wieder gerne treffen und aufhalten."

Zu den genauen Planungen und der Gestaltung wollte sich der P & P-Chef noch nicht äußern. Das sei noch zu früh. Sicher sei nur, dass sich das Unternehmen vor allem auch auf die Neugestaltung der Eingangsbereiche konzentrieren wolle. Denn nicht umsonst habe man in der Vergangenheit vom am besten versteckten Shoppingcenter der Republik gesprochen.

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