17.2.2017 - Wirtschaft
Franken Plastik wieder in Fürther Hand

Jeder kennt die farbigen Hinweisschilder, die auf Gasleitungen oder Gefahren am Bahnsteig im öffentlichen Raum aufmerksam machen und im Bereich der Verkehrstechnik eingesetzt werden. Kaum einer weiß jedoch, dass diese Schilder seit nunmehr 60 Jahren bei der Firma Franken Plastik (FP) in Fürth produziert werden. Seit 1. Januar 2017  ist das Unternehmen, das derzeit 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, zudem nicht mehr Teil des amerikanischen Industriekonzerns EnPro, sondern wieder in privater Hand. Über zweijährige Verhandlungen mit dem US-Konzern waren dem nun geglückten Management-Buy-Out (MBO) vorausgegangen. Als weiteren Gesellschafter holten sich Andreas Walter, Matthias Lunz, Gerd Huber und Stefan Klages die IWK-Holding aus Oyten mit ins Boot, zudem war die HVB als finanzierende Bank maßgeblich am MBO beteiligt bzw. hat diesen mit ermöglicht.

Made in Fürth: Oberbürgermeister Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller haben die Firma Franken Plastik besucht, die seit 60 Jahren die bekannten Hinweisschilder produziert. Foto: Gran

Gründe genug für Oberbürgermeister Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller der Traditionsfirma in der Balbiererstraße einen Besuch abzustatten. „Wir freuen uns über Ihren Erfolg und gratulieren vor allem zu Ihrem Mut und dem Vertrauen in den Standort Fürth“, sagte der Rathauschef. „Dass die Wirtschaft in der Kleeblattstadt so stark wie noch nie ist, liegt an den vielen produzierenden Firmen, die Waren für die Weltmärkte herstellen“, so Jung weiter, „dieser Wertschöpfung haben wir es unter anderem zu verdanken, dass in den letzten drei Jahren die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze je um rund 2000 gestiegen ist.“

Als „echten, internationalen Markenbotschafter aus der Kleeblattstadt“ bezeichnete Horst Müller Franken Plastik, er sei beeindruckt von der Erfolgsgeschichte und dem höchstseltenen Umstand, dass ein MBO gelungen sei.

„Vor allem für unsere Mitarbeiter war dieser Schritt ein wichtiger – ihre Arbeitsplätze sind nun gesichert“, erklärte Geschäftsführer Lunz. Aktuell werden zwei Lehrlinge im Produktionsbereich ausgebildet, die übernommen werden. „Und auch in 2017 wollen wir zwei weitere Azubis für die Produktion und den kaufmännischen Bereich einstellen“, kündigte er an.

Die Erfolgsgeschichte des Fürther Unternehmens beginnt 1957 mit der Erfindung des flexiblen Beschilderungssystems aus hochwertigem Kunststoff zur Kennzeichnung von erdverlegten Leitungen und Armaturen. Damit löste FP die damals üblichen festbeschrifteten Emaille-Schilder ab. Der Vorteil: Anwender konnten nun flexibel vor Ort beschriften und bei Änderungen oder Beschädigungen ohne großen Aufwand und Zeitverzug neue Kennzeichnungen für Hydranten, Wasser-, Gas- und Abwasserleitungen anbringen. In wenigen Jahren entwickelten sie sich zum führenden Standard im Markt.

„Das zweite wesentliche Standbein ist der wachsende Bereich der Anlagenkennzeichnung mit Kunden wie BASF, Bayer, EnGie, Siemens oder Hitachi“, erklärte Lunz weiter. Auch die Verkehrstechnik entwickle sich gut. Hier liefere FP Stationierungssysteme, Stationszeichen, Bauwerkstafeln, Baumbeschilderung oder auch Warnschilder wie die Schilder die Deutsche Bahn.

„Vor allem bei der Anlagenkennzeichnung setzen wir auf Wachstum“, so Lunz, sowie in allen anderen Bereichen vor allem auch in europäische Nachbarländer. Derzeit liegt der Jahresumsatz des fränkischen Mittelständlers bei 6,5 Millionen Euro.

Für Jung, der auch Vorsitzender der Lebenshilfe in der Kleeblattstadt ist, hatten die Firmenvertreter noch eine schöne Überraschung parat: Sie überreichten ihm einen symbolischen Scheck über 600 Euro für die Fürther Einrichtung.

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