Panoramabild der Stadt Fürth, Link zur Startseite
Fürther Rathaus Wirtschaft Stadtentwicklung Leben in Fürth Tourismus eDienste
9.3.2017 - Wissenschaftsstadt

Weltweit einzigartige Fertigungsanlage in Fürth

Von außen sieht der Apparat in Halle 3 des Technikums in der Uferstadt unscheinbar aus. Doch mit der Spezialanlage zum selektiven Laserstrahlschmelzen (in der Fachsprache: Selective Laser Melting, kurz SLM) haben die Forscher um Professor Caroline Körner und Martin Franke von der Neuen Materialien Fürth (NMF) bereits jetzt das größte Karosserieteil für ein Auto mit diesem Verfahren hergestellt.

Das ist das weltweit größte Bauteil, das mittels Additiver Fertigung hergestellt wurde – und zwar in Fürth: Professor Robert F. Singer (li.) und Professor Caroline Körner zeigten Oberbürgermeister Thomas Jung (re.) und Wirtschaftsreferent Horst Müller die neue Anlage in der Uferstadt.
Foto: Gran

Und das soll erst der Anfang sein. Das Forschungsprojekt ist auf drei Jahre ausgelegt und das Ziel formuliert Professor Robert F. Singer, Geschäftsführer der NMF, so: „Am Ende soll das größtmögliche Teil mit der besten Qualität in der höchsten Geschwindigkeit zu den niedrigsten Kosten damit hergestellt werden können.“

Die neue weltweit einzigartige SLM-Anlage (Name: Xline 2000R) ist in der Lage, deutlich größere Komponenten mittels sogenannter Additiver Fertigung herzustellen, als bislang möglich. Im Vergleich zur herkömmlichen subtraktiven Herstellung, bei der Material weggenommen wird, etwa beim Hobeln oder Fräsen, wächst bei der additiven Vorgehensweise aus einem kleinen Ausgangspunkt durch Hinzufügen von Material etwas. Der Vorteil: Es können Teile hergestellt werden, die sehr komplex sind. Die speziellen Möglichkeiten führen zu starker Gewichtseinsparung (typischerweise 25 Prozent).

Außerdem kann vergleichsweise schnell gefertigt werden, weil die Produktion von Werkzeugen, wie bei konventionellen Fertigungsverfahren üblich (Gießen oder Umformen), entfallen kann.

Das SLM ist ein schichtweise arbeitendes, pulverbettbasiertes Verfahren, das Komponenten direkt aus CAD-Daten aufbaut. Es nutzt für das Aufschmelzen des Werkstoffs die Energie eines Laserstrahls.

In der derzeit laufenden ersten Phase stellen die Forscher Aluminiumbauteile für Automobilkarosserie her. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind die Raumfahrt oder generell der Transportbereich – also überall, wo es gilt, Gewicht zu reduzieren.

Worauf die Forscher großen Wert legen: der Begriff Drei-D-Drucken ist in diesem Zusammenhang falsch. Franke: „Der Begriff geht auf Arbeiten am Massachusetts Institute of Technology zurück, wo eine auf einem Tintenstrahldrucker basierende Maschine entwickelt wurde, um Binder per Druckkopf auf einen Formstoff selektiv aufzutragen.“ Dieses Verfahren sei deutlich anders und weniger leistungsfähig als das selektive Laserstrahlschmelzen.

zurueck Zurück Versendenversenden Druckendrucken
ImpressumAllg. DatenschutzinfoDatenschutz i. d. Fachbereichen
2022© Stadt Fürth
Sitemap Home Kontakt
Schnellsuche
erweiterte Suche