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3.8.2020 - Wirtschaft

Fraunhofer-Institut seit 20 Jahren in Fürth

Im Jahr 2000 war es soweit: Die ersten Beschäftigten des Erlanger Institutes für Integrierte Schaltungen der Fraunhofer Gesellschaft nahmen ihre Arbeit in der Fürther Uferstadt auf. Zur Eröffnung des im Rahmen der bayerischen Hightech Offensive geförderten Zentrums besuchte auch der damalige bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu die Einrichtung, um sich von der Verwendung der Landesmittel und der Sanierung der ehemaligen Grundig-Flächen im neu gestalteten Technikum Fürth – Neue Materialien ein Bild zu machen.

Professor Randolf Hanke (re.) mit einem Mitarbeiter in der alten Wirkungsstätte im Technikum Neue Materialien Fürth in der Uferstadt. Archivfoto: Erich Malter

Das Fraunhofer Ultrafeinfokus Röntgenzentrum unter der Leitung von Professor Randolf Hanke bezog darin zusammen mit zunächst vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Räume und Labore mit einer Gesamtfläche von etwa 1600 Quadratmeter. Die Stadt Fürth steuerte Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro zur Ko-Finanzierung bei, die ursprünglich für die Realisierung des gemeinsamen Gewerbeparks der Städte Nürnberg-Fürth-Erlangen vorgesehen waren.

„Im Nachhinein betrachtet eine weise Entscheidung und gut angelegtes Geld, wenn man die dann einsetzende Entwicklung in der zerstörungsfreien Materialprüfung am Standort Fürth in Betracht zieht“ urteilt Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Horst Müller heute. In der Folge konnten die Fürther Forscher nämlich ein Vielfaches an Fördergelder des Freistaats Bayern, des Bundesforschungsministeriums oder privater Investoren einwerben. Wichtige Industriekunden, vorwiegend aus der Werkstoffbranche wie Airbus, Eurocopter, GE, Borbet, Matrix, Saki arbeiten gegenwärtig mit dem Entwicklungszentrum Röntgentechnik zusammen.

Im Juli 2013 feierte das moderne Entwicklungszentrum für Röntgentechnik (EZRT) des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen im Golfpark bei einem Festakt seine Eröffnung. Foto: Norbert Mittelsdorf

Weil die Flächen in der Fürther Uferstadt für das geplante Wachstum nicht ausreichten, zog das Institut 2008 in ein neues Institutsgebäude im Fürther Golfpark um. Insgesamt wurden 26 Millionen Euro investiert. 4000 Quadratmeter Büro- und 1500 Quadratmeter Labor- und Hallenfläche mit heute rund 200 Arbeitsplätzen (Physiker, Mathematiker, Informatiker, Ingenieure, Techniker, Verwaltung, Haustechnik) entstanden in einem modernen modulartigen Gebäudetrakt, der noch Platz für Erweiterungen zulässt.

Oberbürgermeister Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller freuten sich dabei auch über die Wirkung, die das Institut für die Entwicklung des gesamten ehemaligen Flugplatzes Atzenhof und späteren US-Army-Geländes hatte: „Fraunhofer setzte mit seiner innovativen und zukunftsträchtigen Architektur Maßstäbe in einem ehemaligen Militärareal, in dem unter Einbeziehung alter Flugzeughangars kein typisches Gewerbegebiet entwickelt wurde, sondern ein hochqualitativer, mit Sportmöglichkeiten gemischter neuer Stadtteil im Fürther Norden.“

Aktuelle Geschäftsfelder des Entwicklungszentrums Röntgentechnik (EZRT) sind: Luft- und Raumfahrt, Bio bzw. Agrar, Automotive, Sicherheit. In der Zukunft möchte das Institut mit Mikro-Elektronik, Halbleiter, Energie und Rohstoffe und Recycling das umfangreiche Arbeitsgebiet ergänzen. Vielfältige Prüfmethoden wie hochauflösende Computertomographie, Röntgenmikroskopie bis hin zu laserbasierten Verfahren der Thermographie zur Materialcharakterisierung, kommen dabei zur Anwendung. Für Professor Randolf Hanke ist die ursprüngliche Idee, Röntgentechnik in Fürth zu etablieren, voll aufgegangen: „Ziel ist eine vollkommene Wertschöpfungskette vom Rohstoff über die Betriebssicherheit bis hin zur Wiederverwertung.“

Auf einem bereits erworbenen Nachbargrundstück ist geplant, in einem zweiten Bauabschnitt weitere Gebäudemodule und noch eine CT-Hochenergie-Testhalle zu bauen. Die Beschäftigtenzahl, die derzeit bei rund 200 liegt, kann dann weiter wachsen. Die Leitung wird Professor Randolf Hanke noch in diesem Jahr an Norman Uhlmann weitergeben. Eine noch engere Verzahnung mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist angedacht.

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