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28.10.2015

Liebe Fürtherinnen, liebe Fürther,

heute möchte ich Ihnen gerne ein Gedicht ans Herz legen, das wie ich meine nichts an Aktualität verloren hat:

 

„Sankt Florian – heiliger Moh

verschon mei Haus – zünd andre oh!

Wäi alt moch wohl des Sprüchla sei

und doch manst es is noglnei.

Paßsts doch genau in unser Zeit

Ich-Menschn, si mä schließli heit

ganz unbemerkt – fast alle worn

stelln blouß nu Ansprüch hint ä vorn.

An Spielplatz vur der Tür – oh ja

sulang die eigna Kinder kla.

Sin`s dann erwachsn – und zäihng aus

störts fremde Kindergschra vurm Haus.

A schäina Straß – will jeds vurm Haus

jedoch beruhigt – Verkehr und Stau`s

und Lärm und Auspuffgas – des zillt

goar nix – sulangs in andern gilt.

Bushaltestelln – jeds is dafür

nablouß net vur der eigna Tür

fuchzg Meter weiter – ja des paßt

egoal wens ezatla belast.

Bäum – rundrum Bäum – möcht jeder gern

doch net zu noah – und net zu fern

su daß im Summer schatti wärd

und`s Laub im Herbst in Nachbern ghärt.

Es is ganz gleich wann, wou, wos gschicht

kans will in Schattn – jeds es Licht

drum fleht män immer widdä oh

Sankt Florian – heiliger Moh!!“

 

Was unsere Fürther Mundartdichterin Erika Jahreis bereits in den 1980er Jahren über das Sankt-Florians-Prinzip geschrieben hat, gilt nach wie vor, wenn nicht sogar verstärkt in der heutigen Zeit.

Oft bekomme ich Briefe, in denen sich jemand  eine Bushaltestelle oder einen Abfallkorb in seiner Straße wünscht, aber natürlich nicht unmittelbar vor der eigenen Tür, sondern am liebsten vor der des Nachbarn. Wenn derartige Wünsche so nicht erfüllt werden können, wird dies mit Verärgerung und Verständnislosigkeit aufgenommen. Daher mein herzlicher Appell an Sie alle, daran zu denken, dass ein funktionierendes Zusammenleben in einer Stadt nur dann möglich ist, wenn jede Bürgerin, jeder Bürger auch Kompromisse eingeht und auch mal zu Abstrichen bei eigenen Interessen bereit ist.

Die sehr große Mehrheit der Fürtherinnen und Fürther weiß das und handelt  dankenswerter Weise entsprechend. Oft sind es ja auch nur Einzelfälle, die das Sankt-Florians-Prinzip bis zum Äußersten bemühen. Diese Wenigen halten dann die Stadtverwaltung übermäßig auf Trab und beschäftigen unterschiedlichste Dienststellen. Diese müssen  sich mit viel Zeitaufwand um die Angelegenheiten kümmern, ohne dass etwas Ertragreiches dabei herauskommen kann.

Mit gegenseitiger Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft und auch einfach mal einem gewissem Maß an Gelassenheit geht vieles im Leben leichter. Auch und gerade wenn es das gute Zusammenleben in einer Stadt betrifft.

In diesem Sinne schöne Grüße

Ihr
Dr. Thomas Jung



Wenn Sie mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung in Kontakt treten möchten, schreiben Sie bitte einen Brief an:

Stadt Fürth
Bürgermeister- und Presseamt
Stichwort: Leserbrief
90744 Fürth

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