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27.5.2004 - Soziales & Gesundheit

Finanzieller Hilferuf des Klinikums

Die finanzielle Situation des Klinikums ist derzeit äußerst prekär. Zusätzliche Brisanz erhält dieser Umstand durch Bestrebungen, die ab dem nächsten Jahr beginnende schrittweise Angleichung (Konvergenzphase) der durchschnittlichen Vergütungssätze pro Patient (Basisfallwert) zeitlich auszudehnen und finanziell „abzuflachen“.

Dies brächte für das Klinikum große finanzielle Nachteile mit sich, da es zu den Gewinnern einer solchen Mittelumschichtung gehören würde. Im Rahmen einer Pressekonferenz übergaben OB Thomas Jung und Klinikvorstand Krappmann deshalb an die beiden lokalen Bundestagsabgeordneten Marlene Rupprecht und Christian Schmidt eine Resolution sowie eine Unterschriftenliste. Beide versprachen, sich in Berlin für die Interessen des Klinikums einzusetzen. Nach den Worten von Oberbürgermeisters Thomas Jung war der Fortbestand des Klinikums „noch nie so bedroht wie jetzt.“ Aus seiner Sicht wäre jede Änderung am schon beschlossenen Gesundheitsmodernisierungsgesetz mit großen finanziellen Nachteilen für das Fürther Krankenhaus verbunden. Im Vergleich zu anderen Häusern in Bayern erhält die Fürther Einrichtung für die gleiche Leistung seit Jahren deutlich geringere Zahlungen von den Krankenkassen. Ein Hinauszögern dieser finanziellen Angleichung wäre für Krappmann eine „existenzielle Bedrohung, weil sämtliche Einsparungspotentiale bereits ausgeschöpft sind.“ Grund für die unterdurchschnittlichen Zahlungen ist die seit 1992 bestehende Deckelung der Krankenhaus-Etats durch die Krankenkassen. Mit einem Budget von rund 70 Millionen Euro versorgt das Klinikum pro Jahr rund 33 000 stationären Fälle. Dabei hat es von allen bayerischen Krankenhäusern der Versorgungsstufe III das niedrigste Budget, was in der niedrigen Basisrate von rund 2 242 Euro - umgerechnet auf die Zahl der behandelten Patienten - zum Ausdruck kommt. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei rund 2 500 Euro. Nach der beschlossenen Gesetzeslage steige der hausinterne Wert in drei Jahren um rund 360 Euro auf den für Bayern prognostizierten Wert von 2 600 Euro. Danach könnte das Klinikum dann mit jährlichen Mehreinnahmen in Höhe von mehr als 11,8 Millionen Euro planen. Nach dem derzeit auf dem Tisch liegenden Änderungsentwurf der Deutschen Krankenhausgesllschaft (DKG) soll diese Zeitschiene um zwei auf fünf Jahre verlängert werden. Die Unterschriften von rund 900 Mitarbeitern sowie sämtlicher Verwaltungsratsmitglieder des Klinikums verdeutlichen laut Krappmann „die großen Sorgen und Ängste um den Erhalt des Klinikums in kommunaler Trägerschaft“. Das Klinikum Fürth steht mit seiner Situation nicht allein da: Die kommunalen Krankenhäuser in Roth, Weißenburg und Gunzenhausen haben die gleichen Probleme. Über die Länge und den Beginn der Konvergenzphase wird der Bundestag im Frühherbst entscheiden.
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