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17.11.2006 - Kunst & Kultur

Wertvolle Kunstsammlung wiederentdeckt

141 Jahre lang hat das Stadtarchiv im Schloss Burgfarrnbach eine überaus wertvolle Kunstsammlung von Conrad Gebhardt fast unbemerkt aufbewahrt. Der 1864 verstorbene Fürther Kaufmann, nach dem auch eine Straße in der Nähe des Bahnhofs benannt ist, hatte sie der Stadt Fürth nach seinem Ableben vermacht. Dass es sich dabei um eine der größten Sammlungen von Grafiken des 19. Jahrhunderts handelt, wurde lange Zeit nicht erkannt. Sogar Originaldrucke von Albrecht Dürer, Lucas Cranach oder ein Gemälde des Künstlers Giovanni Battista Tiepolo, das mit einer Million Euro versichert ist, sind darunter.

Professor Dr. Karl Möseneder (re.), OB Dr. Thomas Jung (2. v. re.), Kulturreferent Dr. Karl Scharinger (li.) und Markus Hilpert (2. v. li.).

Foto: Mittelsdorf

Nun hat Markus Hilpert, Leiter der Sommernachtspiele und Mitglied des Bürgervereins Burgfarrnbach, zusammen mit seiner Frau Monika, den Anstoß gegeben, dass der Kunstschatz, der aus 5500 Objekten - Grafiken, Gemälde, Landkarten und Bücher – besteht, wissenschaftlich aufbereitet und in der Öffentlichkeit gezeigt wird. Eine Aufgabe, die allerdings der neuen Archivleiterin, die im Januar ihren Dienst antritt, vorbehalten bleiben soll.

Hilpert, von dem die Initiative für die „Wiederentdeckung“ der Gebhardtschen Sammlung ausging, hat auch den Dialog mit Professor Dr. Karl Möseneder vom Institut für Kunstgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg hergestellt. „Ein segensreicher Kontakt“, wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung bei einem Ortstermin im Schloss herausstellte. Denn durch eine Zusammenarbeit sei es möglich, nach der Bestandsdokumentation und der Inventarisierung, die das Ehepaar Hilpert bereits begonnen hat, die Werke wissenschaftlich zu erforschen.

Möseneder will seine Doktoranden über sie promovieren lassen oder Magisterarbeiten schreiben lassen. „Es handelt sich um eine fast lückenlose Sammlung sämtlicher europäischer Schulen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, die von Gebhardt fachkundig zusammengetragen wurde“, wies der Professor auf die hohe kunstwissenschaftliche und kulturhistorische Bedeutung hin.

Nach dem Auszug des Stadtmuseums ins frühere Ottoschulhaus sollen die frei werdenden Räume für Ausstellungen genutzt werden. Angedacht ist eine Pinakothek für Grafik und Malerei, die von der neuen Archivleiterin eingerichtet werden soll. Unterstützung gibt es dabei von OB Jung, der selbst auf die Bedeutung des Kunstschatzes aufmerksam wurde, als er in dem Geschichtslexikon „Fürth von A-Z“ über seinen Vorgänger John, dem die Stiftung übergeben wurde, las: „Die Hand des Bürgermeisters (...) spüren wir nur selten. (...) Um die Kulturpflege war es zu seiner Zeit bitter bestellt.“

Damit soll nun Schluss sein und der – wie das Stadtoberhaupt sagte – „wertvolle Schatz“ auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

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