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3.6.2009 - Soziales & Gesundheit

Denkmal ergänzt

1997 wurde das Denkmal für 886 Fürther Opfer der Shoah in der Jüdischen Friedhofshalle eingeweiht. Schnell bewahrheiteten sich die damaligen Befürchtungen, dass die Tafeln mit den Namen der Opfer nicht vollständig sind. Durch Informationen von Überlebenden, der ergänzten Datei des Bundesarchivs, inzwischen erschienenen Memorbüchern anderer Städte und den intensiven Nachforschungen von Gisela Naomi Blume konnten 183 zusätzliche Opfer erforscht und benannt werden.

Rabbiner Shlomo Wurmser, Josef Okner (Vorsitzender der IKG Fürth), OB Thomas Jung und Professor Meir Schwarz (v. l.) bei der Einweihung der ergänzten Gedenktafeln in der Jüdischen Friedhofshalle.

Foto: Bidner-Wunder

Es handelt sich meist um Frauen, die ledig von Fürth weggezogen waren, so dass ihre Ehenamen nicht bekannt waren. Aber auch um polnische Fürther Juden, deren weiteres Schicksal nach ihrer Ausweisung 1997 noch ungeklärt war sowie Opfer, die von außerhalb der damaligen Reichgrenzen deportiert wurden. Bei der feierlichen Einweihung des ergänzten Denkmals rührte vor allem die Anwesendheit von Professor Meir Schwarz: Er war eigens aus Jerusalem angereist, um bei der Einweihung dabei zu sein. Auf den ergänzten Tafeln ist unter anderem der Name seiner Mutter, Meta Schwarz, zu finden. Sie verstarb im Jüdischen Krankenhaus in Fürth, als Meir Schwarz 13 Jahre alt war. Als Todesursache wurde Nierenversagen angegeben, tatsächlich waren ihr als Jüdin jedoch entsprechende Medikamente versagt worden. So ist auch Meta Schwarz zu den Opfern des NS-Regimes zu zählen.

Der Professor, der seine Mutter noch im Spital besucht hatte, mahnte: „Schweigen ist das Verbrechen. Wir müssen der Jugend sagen: Das darf nicht mehr passieren.“ Er sei außerordentlich dankbar, dass angesichts dieses Schicksals Meir Schwarz überhaupt nach Fürth gekommen sei und sich in deutscher Sprache mit ihm unterhalte, gestand Oberbürgermeister Thomas Jung in seiner Grußrede. „Es gibt keine Worte der Entschuldigung, wir können nur gegen das Vergessen arbeiten, dass sich Derartiges nie mehr wiederholt im Bewusstsein des unendlichen Leids, das den Juden zugefügt wurde“, sagte Jung. Es sei ein bewegender Moment für ihn persönlich und die Stadt Fürth, so das Stadtoberhaupt. Angesichts des ungeheuerlichen und schrecklichen Grauens und der Barbarei sei es umso wichtiger, jeden Namen zu retten und jedem Menschen ein Gedenken zu geben für eine Zukunft, die nicht werden durfte.

„Die Jüdische Gemeinde in Fürth ist ein Wunder, ein Sieg über die Barbarei der NS-Zeit“, sagte der OB. Das Interesse der Fürther am Jüdischen Leben sei ungebrochen, versicherte er. Dass das Grauen in Fürth genauso stattfand trotz der großen Verdienste jüdischer Bürger, sei „eine Mahnung an uns alle, die jüdische Gemeinde nach Kräften zu unterstützen.“

Exemplarisch für die 183 Frauen, Männer und Kinder wurden sechs Kerzen zum Gedenken entzündet – unter anderem eine von Meir Schwarz für seine Mutter, eine vom Enkel des Fürther Juden Benno Strauß, nach dem in der Kleeblattstadt seit 1996 auch eine Straße benannt ist. Im Sommer sollen die Renovierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Friedhofshalle abgeschlossen sein, daher wurden die Tafeln noch vor den Malerarbeiten angebracht. Die Finanzierung der ergänzten Gedenktafeln wird völlig unabhängig von der Hallenrenovierung bewerkstelligt.

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