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27.11.2003 - Solarstadt

Landwirte schrauben die Solarbilanz 2003 nach oben

Dass ein Kuhstall Energie erzeugen kann, ist jedem klar, der im Winter schon einmal die Wärme eines dampfenden Misthaufen gespürt hat. Bei einigen Landwirten kommt die Energie jetzt aber nicht nur aus dem Inneren ihrer Ställe, sondern auch von oben: von den Photovoltaikanlagen auf den Dächern ihrer Scheunen und Stallungen. Anlagen mit einer Leistung von 193 Kilowatt sind bislang in diesem Jahr von Landwirten im Stadtgebiet installiert worden - gut 64 Prozent der bisherigen Jahresgesamtleistung von 300 Kilowatt.

Bei einem Ortstermin auf dem Anwesen Schilmeier in Unterfarrnbach würdigte Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung diese hohen Investitionen der Bauern in die regenerative Zukunftsenergie. Im vergangenen Jahr seien - vor allem durch die Solaranlagen auf Schuldächern - Anlagen mit einer Gesamtleistung von 241 Kilowatt installiert worden. Zuvor waren es bis einschließlich 2001 erst 154 kW. Nehme man den Solarberg in Atzenhof aus der Berechnung heraus, der noch in diesem Jahr ans Netz angeschlossen wird und eine Gesamtleistung von 1 Megawatt hat, so gehöre das Solarjahr 2003 eindeutig den Landwirten, betonte Dr. Jung.

Binnen drei Wochen, berichtete ihm Senior Konrad Schilmeier, hätten er und seine beiden Söhne im Sommer auf einem ehemaligen Scheunendach - heute, Wohnhaus, Hofdurchfahrt und Schweinestall - eine aus 100 Solarmodulen bestehende 30-kW-Anlage montiert. Mit Freude vernahm das Stadtoberhaupt, dass die Familie noch 2003 mit einer auf 60 Kilowatt ausgelegten weiteren Großanlage ans Netz gehen will, wodurch sich die ohnehin schon positive Bilanz auf landwirtschaftlich genutzten Gebäuden weiter verbessert.

Rainer Tiefel, Geschäftsführer des Maschinen- und Betriebshilfsringes, hat sich vor allem aus beruflichem Interesse eine 12,6 kW-Anlage aufs Dach gesetzt. Die Selbsthilfeorganisation berät und informiert ihre Mitglieder darüber, wie die Photovoltaik zum neuen Betriebszweig werden kann. „Risikostreuung und Altersabsicherung“ waren denn auch für Landwirt Johann Rösch die Hauptmotivation, eine 34,3-kW-Anlage zu installieren. 20 Jahre lang muss die infra als örtlicher Energieversorgung jede Kilowattstunde erzeugten Solarstroms zu einem festgelegten Preis abnehmen.

Sowohl wirtschaftliche, als auch ökologische Gründe führten Karl und Sohn Wolfgang Vogel bei der Besichtigung auf ihrem Hof an, warum sie zwei Anlagen mit insgesamt fast 62 Kilowatt installiert haben. Die eine davon befindet sich auf dem Dach eines Supermarktes, an den sie das Gebäude vermietet haben. Ganz egal, welche Gründe die einzelnen Landwirte nannten, neben der Umwelt profitieren vor allem der örtliche Handel und das Handwerk von den Investitionen.

Dass sich Photovoltaikanlagen als Kapitalanlage auch nach dem Auslaufen des 100 000-Dächer-Programms der Bundesregierung noch lohnten machte Solarbeauftragter Johann Gerdentisch deutlich. So sieht die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beispielsweise höhere Vergütungssätzen für Dachanlagen vor (wir berichteten in unserer vorherigen Ausgabe).

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