16. September bis 28. Oktober

ZONA DEFORMABILE - Von öffentlichen und privaten Räumen


Anlässlich des 200jährigen Jubiläums der Eigenständigkeit der Stadt Fürth widmet die kunst galerie fürth ihr Jahresprogramm den Themen Architektur, Stadt, Urbanität. Auch die Ausstellung »ZONA DEFORMABILE - Von öffentlichen und privaten Räumen« der Gastkuratorin Natalie de Ligt greift die Thematik auf.


In der Gruppenausstellung mit Maaz Ali (Nürnberg), Susann Gassen (Mainz), Jörg Obergfell (Köln), Corinna Schnitt (Braunschweig), Nina Weber (Nürnberg) und den Weltanschauungsbeauftragten (Nürnberg) werden Arbeiten gezeigt, bei denen weniger architektonische und gestalterische Aspekte von Innen- und Außenraum im Vordergrund stehen, sondern vielmehr das, was durch die Beschaffenheit und den Zustand von Räumen oder durch den Umgang mit ihnen transportiert wird. Hierbei zeigt sich unter anderem, dass zwischen dem Privaten und Öffentlichen bzw. dem Individuellen und Kollektiven nur flexible Grenzen gezogen werden können. So, wenn etwa vermeintlich Privates durchaus gesellschaftspolitische Relevanz und Zündstoff birgt wie bei Susann Gassen, oder wenn das heimische Wohnzimmer in seiner Funktion als Schutzraum ad absurdum geführt wird wie in Corinna Schnitts Videofilmen. Nina Webers farbige Zeichnungen zeigen kammerartige Innenräume, die zur hermetischen Herberge von individuellen wie kollektiven Ängsten und Sehnsüchten werden. Manche der ausgewählten Arbeiten, wie jene von Jörg Obergfell und den Weltanschauungsbeauftragten (Martin Fürbringer, Philipp Moll †), fokussieren – bisweilen mit satirisch-ironischem Humor – auf Stadtraum und Architektur als Ausdruck eines gesellschaftlichen Zustands oder einer Haltung der Gesellschaft zu Kultur. Maaz Alis Zugriff auf den öffentlichen Raum erfolgt hingegen ganz ungefiltert nach dem Prinzip der Aneignung durch unermüdliches zeichnerisches Memorieren.

»ZONA DEFORMABILE« meint in der Übersetzung die Knautschzone beim Auto. Im Deutschen kann der Begriff auch im übertragenen Sinn Anwendung finden. Das italienische «deformabile» wiederum weckt die Assoziation zu Zuständen, Situationen oder Dingen, die veränderlich, flexibel oder gar prekär sein können.

Maaz Ali (Zeichnung) *1994, lebt in Nürnberg, arbeitet im Kunstraum der WerkStadt Lebenshilfe Nürnberg

Susann Gassen (Malerei und Zeichnung) *1965, lebt und arbeitet in Mainz

Jörg Obergfell (Skulpturen) *1976, lebt in Köln

Corinna Schnitt (Video) lebt und arbeitet in Braunschweig

Nina Weber (Zeichnung) *1983, lebt in Nürnberg, arbeitet im Kunstraum der WerkStadt Lebenshilfe Nürnberg

Die Weltanschauungsbeauftragten (Stadtmodell) Martin Fürbringer, *1971, lebt in Nürnberg /  Philipp Moll, 1970-2016, Nürnberg

 

(c) Natalie de Ligt

 

 

 

 

 




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