bis voraussichtlich 7. Februar 2020

Nick Veasey - Inner Visions > Outside


Um die aktuelle Ausstellung sichtbar zu machen, haben wir unsere große Fensterfront aktiviert und einen Teil der Präsentation nach außen geholt. Unabhängig vom Lockdown planen wir, die Fenster auch in Zukunft als Plattform für unterschiedliche Präsentationen zu nutzen.

Die Ausstellung mit Nick Veasey entstand aus Anlass des 125jährigen Jubiläums der Entdeckung der Röntgenstrahlen. Der 1962 in London geborene Künstler arbeitet fast ausschließlich mit Röntgenaufnahmen und lässt die Betrachter buchstäblich hinter die Fassade der Dinge blicken. Vor rund 15 Jahren entdeckte Nick Veasey, der zuvor in der Design- und Werbebranche tätig war, seine Faszination für die Röntgentechnologie und die Ästhetik dieser besonderen Schwarzweiß-Bilder. Er begann die Durchleuchtungstechnik als fotografisches Mittel einzusetzen und gilt mittlerweile als Koryphäe im Bereich der künstlerischen Röntgenfotografie. Als Atelier und Produktionsstätte dient ihm ein eigens als Röntgenlabor eingerichteter Raum mit 70 cm dicken Wänden, der mehrere Röntgengeräte unterschiedlicher Leistung bereithält und in dem die meisten der X-Ray-Bilder entstehen.
Es gibt kaum etwas von organischer oder technischer Beschaffenheit, in dessen Inneres Nick Veasey mit seinem „Röntgenblick“ noch nicht vorgedrungen ist: Menschen, Fauna, Flora, Gegenstände und Accessoires aller Art, Smartphones, Kleidung oder gar komplette Oldtimerautos hat der Künstler in der Vergangenheit schon durchleuchtet. Ist ein Gegenstand zu groß oder die Oberfläche zu dicht, um ihn im Ganzen bzw. mit allen Details aufnehmen zu können, nimmt der Künstler ihn auseinander, röntgt seine Einzelteile und setzt die digitalisierten Bilder später am Rechner zu einem Gesamtbild zusammen. In einer außergewöhnlichen Kooperation mit dem Fraunhofer Entwicklungszentrum Röntgentechnik EZRT in Fürth wurde Nick Veasey dieser aufwändige Prozess abgenommen. Hier steht ein weltweit einmaliger Computertomograph, in dem am Stück sehr große Gegenstände bis in ihre tiefsten Schichten durchleuchtet werden können. So ließ der Künstler 2014 hier einen alten Lamborghini röntgen.
Immer wieder arrangiert und inszeniert Nick Veasey seine Bilder: Einen alten Kalifornischen VW-Käfer etwa befüllt er mit zeittypischen Gegenständen wie Surfbrett und Gitarre, die gleichsam auf das Lebensgefühl der amerikanischen Westküsten-Jugend der 1970er Jahre verweisen. Der „Easy Listener“, ein Mann in Hose und Jackett, lässig mit Kopfhörern im Sessel sitzend, gibt indes Rätsel auf in Bezug auf das Modell – Skelett oder lebende Person?

Nick Veaseys künstlerischer Ansatz basiert auf der Verbindung von Kunst und Wissenschaft sowie auf dem Prinzip des Enthüllens und Offenlegens. Mit Leidenschaft für die Technik und Anspruch an das Bild legt der Brite mit ungebrochener Neugier das Innenleben der Dinge offen. Dass die Röntgentechnologie längst auch in Sicherheitssystemen zum Einsatz kommt, kommentiert der Künstler unterschwellig in einer Serie von durchleuchteten Koffern und Taschen. Der Blick ins Innere offenbart nicht nur private Details, vielmehr zeigt ein solches Röntgenbild auch den mit einem Anfangsverdacht belegten Gegenstand.
Für die Ausstellung in der kunst galerie fürth konzipiert Nick Veasey eine raumgreifende Installation in Form von Textilbahnen mit Motiven seiner X-Ray-Fotografien.

Die Ausstellung wird großzügig unterstützt von:
KochInvest
Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG
Bernd und Florian Lindner OHG

 

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