5. April bis 11. Mai

Tier+Mensch - Remember Abul Abaz


Darstellungen von Elefanten

In 14 verschiedenen Museen, kommunalen und privaten Galerien und temporären Ausstellungsorten in Nürnberg und Fürth zeigen 40 Künstler und Künstlerinnen unter dem Motto „Tier+Mensch“ ihre Sicht auf das Tier und das Verhältnis von Tier und Mensch. Die kunst galerie fürth beschränkt sich auf ein einziges Tier, das aber einen besonders emblematischen Charakter hat, den Elefanten:

Remember Abul Abaz: Der Titel erinnert an den ersten Elefanten nördlich der Alpen. Ein Geschenk des Kalifen Harun al Raschid 802 an Kaiser Karl den Großen. Der Legende nach ertrank allerdings bereits zwei Jahre später dieses geheimnisvolle „Tier mit zwei Schwänzen“ bei einer Rheinüberquerung.

Volker Hildebrandt aus Köln, Gisbert Lange aus Hamburg und Thomas Putze aus Stuttgart präsentieren Darstellungen eines Tieres, das als weise gilt und sich deshalb in Indien in der Gottheit Ganesha, Sohn Shivas, personifiziert, dem Schirmherrn der Gelehrsamkeit und des Wohlstandes, ein Tier, das wegen seines Elfenbeins beinahe einmal ausgerottet worden wäre, das in Asien noch immer als (Wald-)Arbeitstier und Lastenträger gehalten wird, und das in Wildparks und Zoos nach wie vor als touristische Attraktion gilt. Kraft, Klugheit, Geduld, Geselligkeit, aber auch die Unberechenbarkeit der Bullen (in der sog. Musth) werden in Aquarell, Acryl, serieller Fotografie und (Holz-)Skulptur umgesetzt.

Volker Hildebrandt, 1953 in Duisburg geboren, studierte Kunstgeschichte und Sonderpägagogik. Er lebt und arbeitet in Köln. Erst im Jahr 2007 hat er unter dem Titel „Elephants. Eyes.“ ein Katalogbuch ausschließlich mit Elefantendarstellungen (Acrylmalerei und C-Prints) vorgelegt. Seine gemalten Elefanten sind gleichermaßen nüchtern gemalt wie direkt in der Konfrontation mit dem Betrachter. Gisbert Lange, 1948 in Bielefeld geboren, studierte freie Grafik und Malerei an der Werkkunstschule in Bielefeld. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Seit rund einem Jahrzehnt beschäftigt er sich mit 1:1-Darstellungen von Tieren, vornehmlich in Aquarelltechnik. Die lebensgroßen Aquarelle sind auf den ersten Blick sachlich, und sie strahlen die Würde aus, wie sie auch den Tierillustrationen in Brehms Tierleben eigen sind bzw. waren. Für Gisbert Lange ist „der Elefant eines dieser sehr zerbrechlichen Gebilde, die im Porzellanladen der Natur anzutreffen sind“. Thomas Putze, 1968 in Augsburg geboren, machte zuerst eine Lehre als Landschaftsgärtner, studierte dann zwei Jahre Theologie, danach Bildhauerei an der Stuttgarter Kunstakademie. Er lebt in Remseck und hat sein Atelier in Stuttgart. Seine Tierskulpturen, ob Schwein oder Elefant oder anderes, sind vornehmlich mit der Kettensäge gearbeitet, häufig aber Hybride aus Holzskulptur und Schrott-Fundstück. Ein skurril-hintergründiger, um nicht zu sagen schrulliger Humor zeichnet diese Skulpturen aus.

Ob Symbol und Emblem (früher gerne im Christentum), ob Sehnsuchtswesen und Projektionsfläche für den menschlichen Wunsch nach Einfachheit, Reinheit und Ursprünglichkeit (bis hin zur Triebhaftigkeit), ob exotisches Objekt oder gar Karikatur (nicht nur bei Wilhelm Busch), ob sachliche Darstellung, Märchen- oder Monsterbild, ob im Fürther „Elefantenhaus“ oder an den anderen Ausstellungsorten: Die Darstellung eines Tiers sagt weniger aus über die Kreatur selbst als über unser Verhältnis zu ihr. Für Tiere sind Menschen, manchmal zu deren Leidwesen, ausschließlich Futterquelle oder Gefahrenpotential. Also muss die analytische Betrachtung immer die sein auf den Menschen und sein Tier - als seine Projektionsfläche.

Zum Projekt erscheint ein Katalog mit Künstlerbiografien und Abbildungen.

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