24. Mai bis 22. Juni 2008

STYX - Nadja Schöllhammer


Wand- und Bodeninstallation, Zeichnungen

"Im Angesicht einer Installation von Nadja Schöllhammer glaubt man, jemand habe just den Lärm eines Wasserfalls ausgeblendet: Eine Kaskade aus gerissenem und geschnittenem, ein- oder quasi ausgebranntem, mit der Schere oder dem Skalpell behandeltem Papier, dem noch vor und während des Entstehungsprozesses entstandene Zeichnungen regelrecht untergeschoben und appliziert sind, und das mit Tusche oder Aquarellfarben bemalt und mit Kreide und Farbstift bezeichnet ist, übersteigt das Gesichtsfeld des Betrachters." (Auszug aus dem Katalog)

Die 1971 in Esslingen geborene Nadja Schöllhammer lebt und arbeitet in Berlin, wo sie bis 2003 Bildende Kunst an der Universität der Künste und Germanistik an der Humboldt-Universität studiert hat. Bei der Ausstellung mit dem Titel „STYX“ handelt es sich um ihre erste Einzelausstellung in Süddeutschland. Nadja Schöllhammer verwebt in labyrinthischen Installationen Zeichnungen, Papierschnitte und Einbrennungen an Boden, Wand und im Raum. Zahlreiche Details umkreisen das Kippmoment, in dem sich Schönheit in unterschwellige Bedrohung verwandelt. Es sind einmalige, aber nicht vom Ort selbst animierte Rauminstallationen. Nadja Schöllhammer verbindet mythologische und höchst aktuelle Bezüge, die mit Gewalt im weitesten Sinn zu tun haben. Auch der Titel „STYX“, griechischer Name des Flusses, der die Welt der Lebenden von der der Toten trennt, deutet in diese Richtung. Bei längeren Studienaufenthalten hat sie neben Marokko die Gesellschaften von Mexiko und Kolumbien näher kennen gelernt, Gesellschaften, in denen die Gewalt wesentlich weniger staatlich monopolisiert ist als in Westeuropa. Bewusst sucht sie soziale Brennpunkte, um dann über die allgegenwärtige, bei uns vorrangig medial existierende Gewalt und deren Potential nachzudenken. Bereits in der Behandlung des Materials Papier, dann natürlich in den gezeichneten Szenen selbst geht sie darauf ein. Bei der Beschäftigung mit einer fremden Kultur interessiert sie zuerst der zugrunde liegende Kultus (bspw. Bestattungsriten). Ihre Inszenierungen zwischen berückender Leichtigkeit und leichtem Grauen sind Raumzeichnungen, die den Betrachter animieren, längere Zeit zu verweilen, um Bezüge zwischen den Bedeutungsinseln der vielschichtigen Papierinstallationen zu entdecken, ein schlichtweg groteskes Papiertheater zwischen Fragilität und Dramatik. 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Für großzügige Unterstützung danken wir dem Förderkreis der kunst galerie fürth.

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