Die Einzelausstellung von Christina Chirulescu gibt einen umfassenden Einblick in ihr malerisches Schaffen. Die in Nürnberg lebende Künstlerin nimmt darüber hinaus die Innenarchitektur der Städtischen Galerie zum Anlass, um mit hergebrachten Formen von Bildpräsentation und Werkbegriff zu spielen.


Christina Chirulescu — open ended

Die Malerei von Christina Chirulescu ist ein permanentes Changieren zwischen abstrakter und figürlicher Form und ein beständiges Ausloten malerischer Mittel. Ihre Arbeitsweise folgt dem Prinzip des offenen Ergebnisses. So sind ihre in formal-ästhetischer Hinsicht reduzierten Bilder meist in einem Schwebezustand gehalten. Daraus ergibt sich ein vielschichtiges Spannungsverhältnis von Leichtigkeit und aufgeladener Atmosphäre, Dramaturgie und Improvisation, Abstraktion und Narration, Einfachheit und Komplexität. Christina Chirulescus Arbeiten sind stets das Resultat eines gleichermaßen reflektierten wie experimentellen, prozessualen Vorgangs, der etwa anhand von lasierenden Malaufträgen, Farbüberlagerungen oder Spuren der Wegnahme an vielen Stellen nachvollzogen werden kann. Immer wieder erweitert die Künstlerin die traditionellen Kategorien von Malerei und Tafelbild, indem sie unterschiedliche Techniken damit kombiniert wie beispielsweise Fotografie, Collage, herkömmliche Kopierverfahren oder druckgrafische Prozesse wie die Risografie. Intuitiv und planerisch zugleich erkundet die Künstlerin die jeweils spezifische Ästhetik und klopft sie auf ihre Bildhaftigkeit ab. Bis zu einem gewissen Punkt spielt in ihren Bildern die Reduktion auf das Wesentliche eine Rolle. Christina Chirulescu verfolgt jedoch keinen streng minimalistischen oder konzeptuellen Ansatz, sondern sie nutzt vielmehr die Möglichkeiten, zwischen formaler und kontextueller Bedeutung und der Spanne von abstrakt und narrativ zu pendeln. 
Die in Sibiu in Rumänien geborene Künstlerin kam im Schulalter nach Nürnberg und studierte Malerei an der dortigen Akademie der Bildenden Künste. In der kunst galerie fürth zeigt sie frühere und aktuelle, eigens für die Ausstellung entwickelte Arbeiten. Hierbei wird auch die zentrale, fünf Meter hohe Wand des Ausstellungsraums zum Terrain für die ergebnisoffene Arbeitsweise der Künstlerin.

 

Wir danken für die großzügige Unterstützung durch KochInvest und Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG.


Abb.: Christina Chirulescu, o. T., 2021, Collage, 42 x 29,7 cm (Ausschnitt)
© Christina Chirulescu

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