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21.10.2021 - Soziales & Gesundheit

Plötzlicher Herztod: „Jede Sekunde zählt“

Allgemeinarzt Dr. Franz Jobst im Interview über schnelle Hilfe im Notfall

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Etwa 20 Prozent aller Sterbefälle sind auf den plötzlichen Herztod zurückzuführen. Im Notfall ist schnelle Hilfe gefragt, denn bereits nach drei bis fünf Minuten kann insbesondere das Gehirn unwiderruflichen Schaden nehmen. Neben der Herzdruckmassage können sogenannte Laien-Defibrillatoren (kurz: AED) Leben retten. Doch wie werden diese eingesetzt und was muss getan werden, um mehr Menschen bei einem Herzstillstand vor schwerwiegenden Schäden oder gar dem Tod zu retten? Lisa Darlapp, Fachstellenleitung der GesundheitsregionPlus der Stadt Fürth, hat beim Fürther Allgemeinarzt Dr. med. Franz Jobst nachgefragt.

Interview Herzwochen

Allgemeinarzt Dr. med. Franz Jobst spricht im Interview anlässlich der Herzwochen  über den Einsatz von Laien-Defibrillatoren. Foto: Dr. med. Franz Jobst

Lisa Darlapp: Herr Dr. Jobst, Sie besitzen einen Laien-Defibrillator und mussten diesen erst kürzlich einsetzen. Konnte der Patient gerettet werden? Und wie schätzen Sie die Überlebenschancen ohne einen AED ein?

Dr. med. Franz Jobst: Nach Einsatz von Herzdruckmassage und AED ist der Patient noch vor Eintreffen des Notarztwagens bereits wieder aus der Bewusstlosigkeit erwacht. Er musste kurze Zeit im Krankenhaus verbringen und hat keinerlei Spätschäden aufgrund seines Herzstillstandes, außer vorübergehende Rippenschmerzen durch die Herzdruckmassage. Jede Minute, eigentlich jede Sekunde zählt. Der Patient hätte vermutlich schwere Schäden erlitten oder nicht überlebt, wenn er nicht zufällig auf der Straße vor der Praxis seinen Herzanfall gehabt hätte.

Lisa Darlapp: Muss man als Laie bei der Nutzung eines AED irgendetwas beachten?

Herr Dr. med. Jobst: Die Anwendung der AED ist mit einfachen Bildern und akustischen Anleitungen gut erklärt. Man braucht keine Angst zu haben, dass ein Elektroschock abgegeben wird, wenn er nicht erforderlich ist.

Lisa Darlapp: Was ist aus Ihrer Sicht notwendig, damit noch mehr Menschen mit einem Herzstillstand gerettet werden können?

Dr. med. Franz Jobst: Wichtig ist zunächst, sich zu trauen, eine Herzdruckmassage durchzuführen. Hier ist sicher Laienaufklärung sehr sinnvoll, zum Beispiel durch die Herzwochen, die im November stattfinden. AED müssen auch möglichst gut und leicht erreichbar sein. 

Lisa Darlapp: Welche Entwicklungen wünschen Sie sich bei diesem Thema?
Dr. med. Franz Jobst: Ich wünsche mir mehr Aufklärung, Schulungen und Förderung der Aufstellung von AED mit Wartungsgarantien.  

Lisa Darlapp: Vielen Dank für Ihre Einschätzungen und alles Gute!

 

Im Rahmen der Herzwochen, die von Montag, 1., bis Dienstag, 30. November, stattfinden, informieren die GesundheitsregionenPlus von Stadt und Landkreis Fürth mit einem abwechslungsreichen Programm über Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr Infos unter fuerth.de/herzwochen

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