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21.4.2022 - Stadtnachricht

70 Jahre und kein bisschen alt

Die Erziehungsberatungsstelle Fürth ist eine der ältesten im Freistaat, aber keineswegs im Seniorenalter, sondern seit sieben Jahrzehnten immer am Puls der Zeit, wenn es um Fragen zur Erziehung und Entwicklung von Kindern oder Krisenbewältigung in Familien geht.

Agnes Mehl (re.) leitet seit 16 Jahren die Erziehungsberatungsstelle mit insgesamt derzeit zwölf Mitarbeitenden. Katharina Grimm, Marc Fischer und Therese Ross (v. li.) sind jüngst zum Team hinzugekommen. Foto: Wunder

Nein, eine große Sause gab’s nicht zum 70. – obwohl man so einen runden Geburtstag doch eigentlich richtig groß feiern sollte. Zumal die Erziehungsberatungsstelle Fürth (EB) nach München wohl die älteste in Bayern ist. Und nach den Worten von Oberbürgermeister Thomas Jung noch dazu „die allerwichtigste Beratungsstelle in der Stadt.“ Die Feier wird nachgeholt – spätestens, wenn voraussichtlich im Jahr 2023 das neue Domizil in der Rosenstraße bezogen ist.

Den Umständen angepasst gab es eine Pressekonferenz, bei der das Stadtoberhaupt sowie Sozial-, Kultur- und Jugendreferent Benedikt Döhla und Jugendamtsleiterin Luise Peschke im Namen der Stadt die Glückwünsche stellvertretend an EB-Leiterin Agnes Mehl überbrachten. Seit 2006 hat sie diese Position inne und ist damit nach Gründer Ernst Griesbach, Helga Wassilewski-Flierl und Dieter Meier erst die vierte Leitung der Einrichtung.  Standorte gab es dagegen bereits sechs, aktuell befindet sich die EB noch in der Alexanderstraße.

Rund 30 000 Familien meldeten sich in den vergangenen 70 Jahren neu an, rund 70 Mitarbeitende waren insgesamt beschäftigt, derzeit sind es zwölf. „Es herrscht eine große Kontinuität durch Mitarbeitende, die oft jahrzehntelang in der Beratungsstelle tätig sind“, erklärte Mehl, „gleichzeitig sind wir trotzdem immer am Puls der Zeit durch viele nebenberufliche Kolleginnen und Kollegen sowie Honorarkräfte, derzeit verjüngt sich unser Team zudem gerade.“ Zudem wurden insgesamt etwa 180 Praktikantinnen und Praktikanten betreut.

1952 als Schul-, Erziehungs- und Familienberatungsstelle gegründet, rückte in den 1960er Jahren der Fokus der Beratung bereits vom „Problemkind“ auf die ganze Familie, 1976 wurden erstmals zwei Psychologen eingestellt. In den 1980er Jahren zeichneten sich bereits Themen ab, die noch heute aktuell sind: Trennung und Scheidung. Erste Beratungen in türkischer Sprache wurden durchgeführt. Ab 1990 bekam die EB eine Außenstelle in der Kinderklinik. Im neuen Jahrtausend beginnt das Angebot in russischer und englischer Sprache – Fachkräfte mit Migrationshintergrund kommen ins Team. In den 2010er Jahren stehen Familien zunehmend unter Druck: die Berufstätigkeit beider Elternteile, die Problemlagen Alleinerziehender, finanzielle Herausforderungen und psychische Belastungen werden in der EB zunehmend zum Thema.

Eine der Konsequenzen: Neben der „Komm-Struktur“ (Familien kommen zur Beratung) setzt man auch auf eine Aufsuche mit Angeboten vor Ort, etwa wie bewährt in der Kinderklinik, aber auch in Kindertagesstätten und Schulen. Dazu kommen weitere Themen wie Kinderschutz, Medienerziehung und Traumapädagogik. „Neben den Entwicklungen und Herausforderungen der letzten Jahre kamen 2015 und ganz aktuell die Flüchtlingsthematik hinzu und natürlich Corona mit seinen Folgen“, so Mehl. Während der Pandemie habe die EB durchgängig offen gehabt, man habe viel nachtelefoniert, leider auch einige Jugendliche verloren. „Da müssen wir jetzt nachlegen, weil große Zukunftsängste vorherrschen“, weiß Mehl.

Den coronabedingt eingeschlagenen Weg des Digitalen – sei es im Chat, per Videocall oder telefonisch auf sicheren Kanälen – wolle man nicht mehr verlassen, die persönliche Beratung aber trotzdem weiter anbieten und die Aufsuche ausweiten, so Mehls Blick in die Zukunft. Und wenn sie einen Wunsch zum Geburtstag frei hätte? „Wir könnten personelle Verstärkung für die künftigen Herausforderungen gut brauchen“, sagt Mehl.

Weitere Informationen finden Sie über den Menüpunkt "Erziehungsberatung" links.

 

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