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Schwabacher Straße 32


Schwabacher Straße 32

Ehemaliges Wohnhaus der Spiegelfabrikanten-Familie Büchenbacher

Künstlerin: Brigitt Hadlich
www.hadlich-art.de

Jubiläumsthema: 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges / 75 Jahre Abwurf der ersten Atombombe und 70 Jahre Schuman-Erklärung

 

Das gemeinsame Europa ist das Zukunftsmodell unseres kleinen Kontinents und befindet sich im Moment in einer schwierigen Phase. Nicht nur der Brexit, auch die Corona-Krise, die Verstimmungen mit den USA, die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichgewichte können eine Stimmung erzeugen, in der der berühmte Funke genügt, um ein Flächenfeuer zu entzünden, das wir nicht mehr eindämmen können. Brigitt Hadlichs Arbeit „…nach den Sternen greifen…“ thematisiert dies und eröffnet die Bildfolge mit den Zerstörungen des Bombenkrieges. Das „Projektionsgebäude“ wird zur Ruine. Die Zerstörung muss fühlbar sein, vor allem für jene Menschen, die, wie die meisten von uns, diese Zeit nicht selbst erlebt haben. Das Büchenbacher-Haus ist dafür geeignet, da es sich mitten in der intakten, lebendigen Stadt befindet. Die nächsten Szenen stellen die „absolute Verunsicherung“ nach dem Abwurf der beiden Atombomben dar – nicht über das unsägliche körperliche Leid, sondern das, was es auf die Welt gebracht hat: „Der Mensch ist nun fähig die Lebensgrundlagen aller Lebewesen zu zerstören.“ Aus allen diesen furchtbaren Erfahrungen erwächst jedoch eine Zeit des Aufbaus, des Friedens, der Gemeinsamkeiten. Strukturen stellen diese Zeit des Wandels dar. Für die Staaten Europas stehen die Sterne, die die Schlußszenen der Animation bestimmen. Sie stehen auch für die so verschiedenen Menschen, die in den großen und kleinen Ländern des Kontinents leben und die die Chance auf eine friedliche und gemeinsame Zukunft heute nicht verschenken dürfen.

Brigitt Hadlich studierte Design an der Fachhochschule Nürnberg. Seitdem ist sie freischaffend mit den Schwerpunktthemen Häuser – Kunsträume – Strukturen tätig. In ihren, in zahlreichen Ausstellungen zu sehenden, Werken widmet sie sich den oft verdrängten und unbedeutenden Dingen. Ihre Kunst will nicht provozieren, kommt aber oft „eigensinnig“ daher. Denn gerade die unbeachteten Ereignisse sind es, die auf längere Sicht das Leben verändern. Seit 2013 entwirft Hadlich auch Illuminations-Konzepte. Zuständig für die technische Umsetzung der Illumination zu den diesjährigen Fürther Glanzlichter ist Michael Jobst, TC-Promotion.

Der palastartige, dreigeschossige Sandsteinquaderbau mit Walmdach mit Ecklisenen, Sohlbankgesimsen und reichem Konsolgesims in der Fußgängerzone wurde von Georg Cappeller und Wilhelm Ney 1844/45 errichtet. Er diente der Familie des Fabrikanten Moses Isaak Büchenbacher als Wohnhaus, im Rückgebäude befand sich die Spiegelfabrik. Heute wird das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.

 

 

Quelle: Denkmäler in Bayern - Stadt Fürth (Heinrich Habel)

 

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Foto: © Birgit Gaßner

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