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15.4.2015
Regeln eines respektvollen Miteinanders

in dieser Kolumne bitte ich Sie ja immer auch um Ihre Meinung, Ihre Anregung und vor allem um Ihre Kritik. Denn kritische Anmerkungen zur Arbeit in der Verwaltung und zu Entscheidungen in den einzelnen Gremien sind für eine funktionierende Demokratie unerlässlich. Das gilt nicht nur auf Bundes- oder Landesebene, sondern gerade auch in der Kommunalpolitik. Und natürlich sind wir – wie bei jeder anderen Tätigkeit – weder in unserer täglichen Verwaltungsarbeit noch bei den politischen Beschlüssen im Stadtrat vor Fehlern gefeit.

Was mich in diesem Zusammenhang jedoch zunehmend erstaunt, ist, dass immer mehr Äußerungen, die meine Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, im Stadtrat oder mich direkt erreichen,  jeglichen Anstand und jegliches Gespür für Verhältnismäßigkeiten vermissen lassen. Ohne Hintergründe oder Sachverhalte zu kennen, wird drauf los gepoltert.

Unterstellungen nach dem Motto „Ihr seid doch alle zu faul, zu unfähig, zu unwillig“ werden gewürzt mit unflätigen Ausdrücken und Beschimpfungen auf unterstem Niveau. Gerne auch anonym. Dabei geht es in den meisten Fällen um alltägliche Probleme, wie achtlos weggeworfenen Müll, einen vermeintlich zu Unrecht ausgestellten Strafzettel oder eine kaputte Straßenlaterne – Missstände, die man in der Regel sachlich und vernünftig klären und lösen kann.

Sachlich vorgebrachte Kritik ist wichtig und notwendig. Denn um Abläufe zu verbessern und auch Fehler zu beheben, dafür sind wir – meine rund 4500 Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, dem Klinikum, der infra und ich –  jeden Tag für Sie da.

Doch nicht nur schriftlichen Anfeindungen sind die städtischen Beschäftigten ausgesetzt. Besonders in den Ämtern mit Publikumsverkehr häufen sich Vorfälle, bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelrecht angeschnauzt und persönlich verunglimpft werden. Dies ist eine Entwicklung, die ich für äußerst bedenklich halte. Wenn Meldeämter oder Kfz-Zulassungen künftig nur noch nach einem Sicherheitscheck betreten werden dürfen, dann läuft in unserer Gesellschaft etwas falsch.

Meine herzliche Bitte: Selbstverständlich finden alle Bürgerinnen und Bürger bei uns im Rathaus Gehör. Dankbar wären wir aber, wenn die einfachsten Regeln eines respektvollen Miteinanders wieder mehr Beachtung finden würden. 

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