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23.9.2020
Innenstadthandel muss gestärkt werden

wenn ich in diesen Tagen durch die Fußgängerzone und die Neue Mitte gehe, erscheint das Leben auf den ersten Blick ganz normal: Viele Menschen sind unterwegs, vor den Cafés und Lokalen sind die Tische belegt, die Straßen bis hinauf zum Hornschuch-Center belebt.

Doch der Schein trügt: Corona hat zahlreichen Branchen sehr zugesetzt, besonders betroffen sind aber die Innenstädte mit ihrem Beziehungsgeflecht aus Läden, Gastronomie, Aufenthaltsmöglichkeiten, Kultur- und Veranstaltungsangeboten. Die Krise hat lange bestehende Strukturen beschädigt und es wird dauern, bis eine nachhaltige Erholung eintritt. Neben der Kultur haben vor allem die Einzelhändler derzeit einen sehr schweren Stand, auch in unserer Stadt. Die Kunden sind zögerlich, viele haben Kurzarbeit und der Geldbeutel sitzt bei weitem nicht so locker wie vor der Pandemie. Abgesehen davon muss aus meiner Sicht auch die Herausforderung des zunehmenden Internethandels bei der künftigen Entwicklung der Innenstädte berücksichtigt werden. In Zeiten, wo uns nicht nur ein Virus große Sorgen bereitet, sondern auch die Auswirkung des Klimawandels, ist es wichtiger denn je, vor Ort Angebote zu schaffen. Das ist nachhaltig, sozial und umweltschonend.

Umso mehr freue ich mich bei all den Problemen über positive Signale. In einer Pressemitteilung kündigt das FLAIR Fürth an, dass sie beim Bau und in der Vermietung weiterhin voll im Zeitplan liegen. Das heißt: In einem Jahr, im September 2021, eröffnet der Nachfolger des ehemaligen City-Centers und wird die Innenstadt um einen neuen Einkaufs-, Genuss- und Erlebnistreffpunkt bereichern. Ein namhafter Neuzugang dabei ist etwa die Streetwear-Marke KULT/OLYMP&HADES, die auf über 1000 Quadratmetern Fläche junge Mode anbieten wird. Ergänzt wird der Einkaufsbummel durch zwei besondere Attraktionen: ein XXL-Aquarium und eine Riesenrutsche über mehrere Stockwerke.

Derartige Impulse brauchen wir dringend. Was wir weiter dringend benötigen: mehr Spielraum bei der Entscheidung, wann wir zur Belebung des Einzelhandels einen von vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr ansetzen können. Diese Sonntage mit ihrer Mischung aus Einkaufen und Unterhaltung braucht der Handel, braucht die Gastronomie, brauchen die Innenstädte. Leider gibt es hier von der Staatsregierung unterschiedliche Aussagen und keine Lösung. Das ist bedauerlich und widerspricht der Aussage des bayerischen Wirtschaftsministers Aiwanger, der die Rathäuser auffordert, alles zu tun, um die Innenstädte attraktiv zu halten.

Es liegt nun an uns, diese große Herausforderung gemeinsam zu stemmen. Für eine Stadt, wie wir sie brauchen und wofür wie sie lieben: Vielfältig, anregend und unverwechselbar!

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