7.5.2019 - Wirtschaft
Ausbildungslotsen stärken Fachkräftepotenzial

Es sind Zahlen, die nachdenklich machen und gleichzeitig ein Handeln erfordern: Die Anzahl der Lehrstellen in Fürth ist in den vergangenen zehn Jahren um 13 Prozent gesunken, der Bewerberkreis gar um 20 Prozent, wie Wirtschaftsreferent Horst Müller dieser Tage bei einem Pressetermin verkündete. 

Die städtische Wirtschaftsförderung hat gemeinsam mit dem Bildungsbüro das Projekt "Ausbildungslotse" initiiert. Foto: Gaßner

Dabei sei bei einer 2016 durchgeführten Unternehmensbefragung die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften als einer der wichtigsten Standortfaktoren benannt worden. Vor allem der demographische Wandel und das steigende Streben nach mehr Bildung verschärfe den Fachkräftemangel zunehmend, erläuterte Müller. 
Hinzu kommt, dass gerade mal 334 von über 1700 Fürther Kleinbetrieben mit einem bis 49 Mitarbeitenden Nachwuchs ausbilden. "Dabei gelten Fachkräfte als das Rückgrat der Wirtschaft", so der Wirtschaftsreferent.

Um dem Negativtrend entgegenzuwirken, hat die städtische Wirtschaftsförderung gemeinsam mit dem Bildungsbüro das Projekt "Ausbildungslotse" initiiert: Klein- und Kleinstunternehmen sollen motiviert und beraten werden, zusätzliche Lehrstellen zu schaffen. 
"Wir bieten ein Rundum-Sorglos-Paket für Betriebe. Denn viele haben im Alltagsgeschäft gar nicht die Zeit, sich mit dem Thema Ausbildung auseinanderzusetzen", erklärte Koordinatorin Sonja Soydan. Als Lotse und Berater wolle man aktiv Firmen unterstützen und in den nächsten drei Jahren – solange wird das Projekt vorerst gefördert – 100 zusätzliche Lehrstellen schaffen. 
Um diese mit geeigneten Bewerbern zu besetzen, arbeitet man mit dem Bildungsbüro eng zusammen. Dessen Leiter, Veit Bronnenmeyer, bedauert: "Immer mehr Jugendliche finden nicht den direkten Weg in die Ausbildung". Gemeinsam könne man nun eine Brücke zwischen Betrieben, die ausbilden möchten und potenziellen Lehrlingen bauen.

Vertreterinnen und Vertreter von Kleinunternehmen können sich am Dienstag, 14. Mai, 18 Uhr, in der Stadthalle oder telefonisch unter 974-18 99 über das Projekt informieren.          

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