© Stadt Fürth, Engel
Asiatische Tigermücke
Die klimatischen Veränderungen sorgen für eine Verbreitung der Asiatischen Tigermücke, unter anderem in der Fürther Südstadt. Was die Stadt tut und wie Sie helfen können.
Webinar: Tipps zur Eindämmung der Tigermücke
Am Dienstag, 16. Juni, um 18.30 Uhr findet das kostenlose Webinar "Praktische Tipps zur Eindämmung der Tigermücke" statt. Dort geht es unter anderem darum, wie Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen können, die Ausbreitung und Vermehrung der Asiatischen Tigermücke einzudämmen. Das Webinar findet über Mircrosoft Teams statt. Alle Infos zur Teilnahme finden Sie über folgenden Link:
Verbreitung in Fürth
2019 wurde erstmals eine Population der Asiatischen Tigermücke in Fürth entdeckt. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt im südlichen Stadtgebiet sowohl im Siedlungsbereich als auch in den Kleingartenanlagen.
Krankheitsüberträger Tigermücke
Die Tigermücke ist ein wichtiger Überträger diverser Krankheiten, wie zum Beispiel des Chikungunya-Fiebers, Denguefieber und Zika. Die Gefahr, dass es bei uns in Deutschland zu Epidemien dieser Krankheiten kommt, ist relativ gering. Kleine lokale Ausbrüche sind allerdings denkbar, wenn sich zum Beispiel ein Reisender im Ausland mit einem der drei Viren infiziert hat und dann in Deutschland von einer Tigermücke gestochen wird.
Belästigung durch die Tigermücke
Abgesehen von der potenziellen Gefahr als Krankheitsüberträger ist die Tigermücke eine äußerst aggressive, tagaktive Mückenart, die einem das unbeschwerte Leben im Garten zur Hölle machen kann. In befallenen Gebieten wird man oft, sobald man einen Garten betritt, von vielen Mücken gleichzeitig angeflogen und gestochen. So macht das Spielen im Sandkasten, der Kaffeeklatsch oder die Grillparty keinen Spaß.
Wichtige Infos zur Tigermücke
Die “Asiatische Tigermücke” wird in Fürth im städtischen Auftrag durch die Firma Biogents AG überwacht und von der Schädlingsbekämpfungsfirma APC AG bekämpft.
Die Schädlingsbekämpfer kontrollieren potenzielle Brutstätten. Die Larven der Tigermücke werden mit einem für den Menschen, Haustiere und Bienen ungefährlichen Larvizid – BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) – bekämpft. Die fliegenden Stechmücken die bereit zur Eiablage sind werden mit Fallen reduziert. Durch die Überwachung kann festgelegt werden, wann die Mückensaison beginnt und endet. Dadurch lässt sich der ideale Zeitpunkt und Zeitraum für Bekämpfungsmaßnahmen festlegen. Es wird bestimmt, welche Mückenarten vorhanden sind, da verschiedene Mückenarten, wie etwa die Überschwemmungsmücke, zur Belästigung beitragen.
Das Monitoring zeigt, in welchen Stadtgebieten die Tigermücke bereits etabliert ist und wo die sogenannten Hotspots liegen. So können die Bekämpfungsmaßnahmen gezielt dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Die Stadt Fürth informiert die Fürther Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der APC AG und Biogents AG mit Hilfe von Informationsveranstaltungen, Briefwurfsendungen und Flyern.
Die Asiatische Tigermücke breitet sich exponentiell aus. Das liegt daran, dass ein einziges Weibchen mehrere hundert Eier legen kann. Tigermücken legen ihre Eier mit Vorliebe in kleinen Ansammlungen von sauberem Wasser ab. Das erklärt auch, warum sich die Tigermücken bei uns in Gärten und Kleingartenanlagen so wohl fühlen: dort finden sie unzählige, mit Wasser befüllte Gießkannen, Zisternen, Regentonnen, aber auch Topfuntersetzer, Sandkastenspielzeug und Ähnliches. Dadurch können in warmen und feuchten Jahren mindestens fünf Generationen entstehen. Ohne gezielte Bekämpfungsmaßnahmen kann sich die Population innerhalb weniger Jahre vervielfachen und neue Gebiete besiedeln.
Die Asiatische Tigermücke ist deutlich schwarz gefärbt. Am Kopf verläuft mittig eine silbrig-weiße Linie, die sich am Brustteil fortsetzt. Die Tigermücke ist zudem etwas kleiner als die große Hausmücke. Aber Vorsicht: Nicht jede dunkle Mücke mit Streifen ist eine Tigermücke! So findet man in Mitteleuropa zum Beispiel in sehr vielen Wohngebieten die große Hausmücke, auch Ringelmücke genannt. Sie ist dunkelbraun und hat auffällig gestreifte Beine und Hinterleib sowie Flecken auf ihren Flügeln.
Um die weitere Verbreitung so gut wie möglich einzuschränken, ist die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger ein sehr wichtiger Aspekt. Die folgenden Maßnahmen sind im eigenen Garten durchzuführen:
Bruststätten reinigen: Bevorzugte Plätze, an denen die Tigermücken ihre Eier festkleben, sind Wände zum Beispiel von Blumentöpfen, Gießkannen, Untersetzer, Ablaufrinnen, verstopfte oder verbogene Dachrinnen, Gullys, Wassertonnen oder Sonnenschirmständer. Daher den Rand der Gefäße mit Schwamm oder Bürste und Wasser/Seifenlauge auswischen. Das Wasser in Beet oder Wiese kippen, nicht in den Abfluss, da so Eier über das Abwassersystem weitergegeben werden können.
Brutstätten beseitigen: An nicht überdachten Bereichen können sich Gefäße wie Eimer, Töpfe, Gießkannen oder Vogelbäder mit Regenwasser füllen und somit zu Brutstätten werden. Daher müssen alle Gefäße so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann.
Brutstätten vermeiden: Pflanzentopfuntersetzer mit Sand oder Kies füllen, damit sich dort keine Larven entwickeln können.
Brutstätten leeren: Nicht vermeidbare Gefäße mit stehendem Wasser mindestens einmal pro Woche leeren.
Brutstätten abdecken: Dichten Sie Ihre Wasserspeicher (Regentonnen, Zisternen) mit einem eng schließenden dichtmaschigen Netz oder einem Deckel gut ab. Vorrichtungen, die das verhindern (etwa Überläufe, Dachrinnen oder Abflussrohre, die weit in die Regentonne reichen), sollten Sie entfernen. Tigermücken nutzen selbst kleinste Schlupflöcher aus.
Behandlung von nicht-eliminierbaren Brutstätten: Manche Wasseransammlungen können nicht effektiv abgedeckt oder regelmäßig geleert werden (zum Beispiel Gullys, Hofabläufe, Fallrohrabläufe). Diese können mit BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) behandelt werden.
Mückenfallen: Die Mückenfallen sind nicht nur für Forscher da. Sie selbst können Ihren Garten mit Fallen ausstatten.
Indem Sie Tigermücken, die etwa in Ihrem Garten vorkommen, melden, können Sie aktiv zur Eindämmung beitragen. Im Idealfall machen Sie von dem Tier ein Foto, das gut belichtet ist und möglichst den Rücken der Mücke zeigt. Schicken Sie das Foto bitte per E-Mail an tigermuecke@biogents.com.
Auf der Website des Mückenatlas stehen weitere Informationen – beispielsweise zu den Mücken im Allgemeinen oder der Methode, sie einzufangen – bereit. Bei Fragen können Sie sich auch gerne an das Ordnungsamt wenden.
Infomaterial zur Tigermücke
Bei einem Infoabend im Juli 2025 informierten wir über die Tigermücke, ihre Merkmale und ihre Bekämpfung. Die Folien des Vortrags stellen wir zum Download zur Verfügung: Vortrag zur Tigermücke herunterladen (pdf-Datei; 6,2 MB)
Bei einem Webinar im Oktober 2025 informierten Vertreterinnen von APC AG und Biogents AG über die Tigermücke: Webinar auf YouTube anschauen
Mehrsprachige Informationen:
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