11.11.2021 - Kunst & Kultur
Clemens Setz erhält Literaturpreis

Mehrfach musste die höchst dotierte Auszeichnung, die die Stadt Fürth auslobt, pandemiebedingt verschoben werden. Nun kann der Jakob-Wassermann-Preis, endlich an Clemens J. Setz, den Preisträger 2020, übergeben werden. Die Verleihung fand am Mittwoch, 10. November, um 18 Uhr im Kulturforum Fürth statt. Die Aufzeichnung steht online zur Verfügung.

Clemens J. Setz, 1982 in Graz geboren, studierte Mathematik und Germanistik. Der 39-jährige Autor veröffentlichte bereits vier Romane, mehrere Erzählbände, Gedichte, ein Bot-Gespräch, Stücke und Poetik-Vorlesungen. 2021 wurde der Österreicher mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, dem renommiertesten Literaturpreis Deutschlands.  

Sein Vater-Sohn-Roman „Die Frequenzen“, der Roman „Indigo“ und das 1000-Seiten-Opus „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ waren zudem für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für den Erzählband „Die Liebe in Zeiten des Mahlstädter Kindes“ erhielt er 2011 den Preis der Leipziger Buchmesse – eine von zahlreichen Auszeichnungen. Das Schauspielhaus Graz adaptierte „Die Frequenzen“ fürs Theater. Mit dem Berliner Literaturpreis 2019 ist eine Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin verbunden. Darüber hinaus ist Setz auch als Übersetzer tätig. Für den ars vivendi Verlag in Cadolzburg hat er unter anderem den Roman „Sarah“ von Scott Mc Clanahan aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche übertragen. 

Der Schriftsteller Clemens Setz wird am Mittwoch, 10. November, im Kulturforum mit dem Jakob-Wassermann-Literaturpreis der Stadt Fürth 2020 ausgezeichnet. Foto: Max Zerrahn

Das Kuratorium des Jakob-Wassermann-Literaturpreises der Stadt Fürth begründete seine Entscheidung unter anderem wie folgt:  
           
„Clemens J. Setz gehört zu den kreativsten, einfallsreichsten jüngeren Autoren deutscher Sprache. Ein Schriftsteller, der in Erzählungen, Romanen, Gedichten, Essays, Stücken und einem „Bot-Gespräch“ die Literatur in Themen, Formen, Perspektiven dehnt und Risiken wagt; der spielend Jorge Luis Borges und Super-Mario, Phantastik und Trash, Philosophie und Technik, Naturwissenschaften und Pop-Kultur verbindet; der mit vergnüglicher Souveränität literarische Vorbilder zitiert, ohne sie zu imitieren und seine Ästhetik des Bedrohlichen mit Sprachwitz und Musikalität unterwandert.(…) Clemens J. Setz moralisiert nicht. Er ist nicht von einem gesellschaftspolitischen Impetus getrieben. Aber als glänzender Beobachter gesellschaftlicher Verhältnisse, menschlicher Tiefen und Abgründe, seziert er Machtverhältnisse, Liebe und Unterwerfung, Wahn und Manipulation, seelische Verwüstungen und Defizite von Empathie in unserer Zeit und führt so das Erbe Jakob Wassermanns fort, seine Humanität und seine Fabulierlust.“

 

 

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