© Enno Kapitza
Ludwig Erhard ifo Zentrum für Soziale Marktwirtschaft und Institutionenökonomik
Am Ludwig-Erhard Zentrum forscht der Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre, Soziale Marktwirtschaft und Institutionenökonomik.
Das Ludwig Erhard ifo Forschungszentrum für Soziale Marktwirtschaft und Institutionenökonomik in Fürth befasst sich mit der Frage nach der Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft in einer sich wandelnden Wirtschaft und Gesellschaft.
Drei Einrichtungen – ein Forschungszentrum
Im Jahr 2021 haben sich das Ludwig Erhard Zentrum (LEZ), die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und das ifo Institut in München zusammen getan, um ein neues Forschungsinstitut zu gründen. Alle drei Institutionen stehen in ihrer Tradition in enger Verbindung zu Ludwig Erhard. Die Leitung des neuen Forschungszentrums übernahm im Juni 2022 Sarah Necker, die gleichzeitig Professorin für Volkswirtschaftslehre am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der FAU in Nürnberg ist. Das Team des Forschungszentrums besteht aus insgesamt zehn Personen.
Kernthema: Soziale Marktwirtschaft in Zeiten des Wandels
Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft in einer sich wandelnden Wirtschaft und Gesellschaft. Wie kann die Soziale Marktwirtschaft ihr zentrales Versprechen vom “Wohlstand für Alle” auch in Zukunft erfüllen? Was beeinflusst die Einstellung und Akzeptanz der Menschen gegenüber dem Wirtschaftssystem und der Wirtschaftspolitik? Wie muss sich staatliches Handeln im Lichte neuer Herausforderungen verändern?
Kontakt
Ludwig Erhard ifo Forschungszentrum
Gartenstraße 6
90762 Fürth
(0911) 477 904-0
Webseite
Forschungsschwerpunkte
Die institutionellen Rahmenbedingungen bilden ein zentrales Fundament der Sozialen Marktwirtschaft. Sie definieren die “Spielregeln”, nach denen wirtschaftliche Akteure ihre Entscheidungen treffen. Das Zentrum untersucht, wie staatliche Rahmenbedingungen – etwa in Form von Steuern, Subventionen oder Regulierungen – ökonomisches Verhalten prägen.
Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die beabsichtigten Steuerungswirkungen als auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen, etwa durch übermäßige Komplexität, Mitnahmeeffekte oder Anreize zur Steuervermeidung und -hinterziehung. Welche Hemmnisse gibt es bei der Inanspruchnahme staatlicher Leistungen? Wie kann Regelbefolgung sichergestellt werden? Welche Effekte haben das Steuer- und Transfersystem auf Verhalten, Effizienz und Ungleichheit?
Die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft betonten, dass die Wirtschaftsordnung auf gesellschaftliche Akzeptanz angewiesen ist. Doch in einer zunehmend komplexen und sich polarisierenden Welt gerät diese Akzeptanz immer häufiger unter Druck, wichtige Reformen bleiben aus oder sind nur symbolisch.
Was wissen Individuen über ökonomische Mechanismen? Wie reagieren Sie auf Informationen über ökonomische Mechanismen und was beeinflusst das Verständnis und die Akzeptanz wirtschaftspolitischer Maßnahmen?
Eine zentrale Herausforderung der Sozialen Marktwirtschaft liegt darin, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Absicherung miteinander zu verbinden. Arbeitsmarkt- und sozialpolitische Institutionen beeinflussen maßgeblich, wie sich individuelle Erwerbsanreize, Beschäftigungsentscheidungen und Teilhabe-Chancen ausgestalten. Das Zentrum analysiert, wie Instrumente, wie das Bürgergeld, Rentenregelungen oder familienpolitische Maßnahmen das Verhalten von Individuen prägen.
Wie muss die Grundsicherung ausgestaltet sein, um möglichst positive Beschäftigungseffekte zu entfalten? Welche Auswirkungen haben die Digitalisierung und der demografische Wandel auf den Arbeitsmarkt – sowohl mit Blick auf die Unternehmen als auch auf die Beschäftigten?