Blick entlang der neugestalteten Würzburger Straße im Ortskern von Burgfarrnbach

Neuausbau Würzburger Straße

Die Würzburger Straße wurde gemeinsam mit der Farrnbachbrücke am Viadukt neuausgebaut. Ein historischer Bohlenweg kam bei den Straßenbauarbeiten in einem unerwarteten Ausmaß zutage.

Projektbeschreibung

Nach Abschluss der Sanierung der Bernbacher Straße wurde im September 2023 nun die Würzburger Straße vom Kapellenplatz bis zur Geißäckerstraße neu gestaltet. Im Bereich des Ortskerns von Burgfarrnbach stießen die Arbeiter dabei auf überraschende Funde. Umfassende archäologische Untersuchungen brachten schließlich Teile eines bedeutenden jahrhundertealten Bohlenweges zutage. Es wurde viel Zeit und Geld investiert, um diese wertvolle Entdeckung gut zu dokumentieren und so ein Stück Ortsgeschichte zu erhalten. 

Nach Abschluss der Straßenneuordnung und -gestaltung sowie der Sanierung der Farrnbachbrücke am Viadukt im Juni 2025 konnte der Alltag in Burgfarrnbach wieder einziehen. 15 Bäume und rund 500 Quadratmeter Grünflächen sorgen für eine verbesserte Aufenthaltsqualität. Der Radverkehr wurde durch Abmarkierungen verbessert, 29 neue Radabstellflächen geschaffen. Die Zustiegsmöglichkeiten an den vier Bushaltestellen sind nun barrierefrei ausgebaut, auch wurden Querungshilfen an den signalisierten Kreuzungsbereichen eingerichtet.

Weitere Informationen

Kosten und Förderungen

Die Kosten für die umfangreichen Straßenbaumaßnahme beliefen sich auf 4,8 Millionen Euro zuzüglich der Sanierung der Farrnbachbrücke am Viadukt mit 3,1 Millionen Euro.

Eine Förderung erfolgte durch das Gemeindefinanzierungsgesetz (GVFG).

Träger

Träger ist die Stadt Fürth. 

Exkurs: Archäologische Funde beim Straßenumbau

Die Würzburger Straße - eine Straße mit langer Geschichte

Die Geschichte Burgfarrnbachs reicht weit in die Vergangenheit. In historischen Quellen wird bereits 903 der frühere Königshof Burgfarrnbach als “Varrenbach” erwähnt. 

Auch die Würzburger Straße gab es schon vor langer Zeit: Sie war Teil eines sehr bedeutsamen alten Pilger- und Handelsweges zwischen den Freien Reichsstädten Nürnberg und Frankfurt am Main. Daher kam auch die ursprüngliche Namensgebung “Frankfurter (Land)Straße”.

In der Gemeindechronik von 1592 lassen sich erste Hinweise auf einen Hohlweg finden. Um 1773 wurde dieser Weg mittels Holzbohlen weiter befestigt. Ein weiterer Ausbau erfolgte später nach Berliner Vorbild zu einer mit Sandsteinen gepflasterten Chaussee.

“Im Jahr 1790 bot sich den damaligen Fürthern ein ganz besonderes Schauspiel”, erläutert das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in einer eigenen Pressemitteilung. “Am 27. September zog ein Zug mit edlen Kutschen und Rössern zur feierlichen Begleitung der wertvollen Reichskleinodien wie der Reichskrone und der Heiligen Lanze – dem Schatz der deutschen Kaiser und Könige – durch Burgfarrnbach.”

Bedeutende archäologische Funde im Zuge des Straßenumbaus

Der Um- und Ausbau der Würzburger Straße brachte archäologische Funde in größerem Ausmaß zum Vorschein. Teile des historischen Holzbohlenweges wurden im Zuge der Arbeiten freigelegt und fachmännisch geborgen. Mittels Dendrochronologie, einer wissenschaftliche Methode zur Bestimmung des Alters von Hölzern, konnte die Fällzeit der Kiefernholzbohlen auf das Jahr 1773 datiert werden. Die Fachwelt spricht von einer hohen archäologischen Bedeutung: “Mit jeder freigelegten Bohle tauchen faszinierende Relikte auf, die einen Einblick in das Alltagsleben vergangener Jahrhunderte bieten. Knöpfe, Hufeisen und sogar eine Silbermünze aus der frühen Neuzeit wurden bereits entdeckt.”, so das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.

Einige Bohlen wurden für Forschungs- und Präsentationszwecke vom Stadtarchiv für die Nachwelt konserviert. Alle Fundorte und die Funde selbst hat das renommierte Unternehmen AST – Archäologischer Service Tschuch akribisch dokumentiert. 

Lage

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