Einer besonderen Herausforderung haben sich rund 500 Frauen und Männer unter anderem von Polizei, Feuerwehr, THW und Rettungsdiensten am vergangenen Samstag bei einer großen Katastrophenschutzübung gestellt. Denn das Szenario lautete „Blackout“ – ein langanhaltender und flächendeckender Stromausfall in ganz Süddeutschland und damit auch in Fürth.
Die Folgen wären zum Beispiel, dass die Kommunikation über Telefon, Internet oder auch Mobilfunk zusammenbräche. Aber auch die Mobilität wäre aufgrund des Ausfalls von Ampelanlagen oder Tankstellen erheblich beeinträchtigt, ebenso wie die medizinische Versorgung und der Einkauf von Lebensmittel, da Kassensysteme in Supermärkten ausfallen würden.
Ein besonderes Augenmerk legen die Katastrophenschutzbehörden in solchen Situationen darauf, dass Trinkwasser weiter zur Verfügung steht und auch die Abwasseranlagen weiterhin funktionieren. Daher beteiligten sich auch Einrichtungen und Organisationen der kritischen Infrastruktur (KRITIS) wie die infra, die Stadtentwässerung, das Klinikum, Altenheime und weitere Hilfsorganisationen mit der Bildung von Krisenstäben an der Übung. Sie koordinierten sich mit der sogenannten Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK), die zusammen mit den Örtlichen Einsatzleitungen in der Feuerwache zusammenkam.
Laut Christian Gußner, Chef der Berufsfeuerwehr Fürth und Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, gibt es für das Szenario „Blackout“ bereits einen umfangreichen Einsatzplan. „Unser Ziel war es, Teilbereiche daraus zu testen und durchzuspielen“. Dazu gehörten unter anderem die Aufrechterhaltung der Kommunikation zwischen den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) über alternative Kanäle, die Überprüfung der Einsatzfähigkeit von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auch in Hinblick auf eine möglicherweise notwendige Bewältigung von Ereignissen wie Brände oder Verkehrsunfälle und die Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur wie Wasser- und Abwasserversorgung.
Eine besondere Rolle in dieser speziellen Krisensituation spielen – wie Gußner betonte – die 13 Leuchttürme im Stadtgebiet, die überwiegend in Feuerwehrgerätehäuser angesiedelt sind. Sie sollen als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger dienen, die dort etwa Notrufe absetzen oder medizinische Hilfe erhalten können. Auch wichtige Informationen werden an diesen Standorten an die Bevölkerung weitergegeben. Die Überprüfung ihrer Funktionsfähigkeit gehörte daher zu den wichtigen Aspekten der Übung, die von 10 bis 14 Uhr dauerte und an insgesamt 20 Örtlichkeiten im Stadtgebiet stattfand.