Umwelt

Naturnahes Mähkonzept

Straßenbegleitgrün ist nur zur Straße hin gemäht.

Das Foto zeigt eine Grünfläche in der Poppenreuther Straße.
Entlang der Verkehrsflächen wird aus Gründen der Verkehrssicherheit ein Streifen auf einer Breite von 70 bis 100 Zentimeter öfters gemäht, beim Großteil der Fläche wird dagegen die Mahd deutlich reduziert wie hier in der Poppenreuther Straße.

Was auf den ersten Blick vielleicht unordentlich scheint, bringt mehrere Vorteile. Die Umstellung auf eine ökologische Mähweise erfolgte im Sinne des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ vor fünf Jahren und wurde als weitgreifendes Konzept unter dem Titel „Blühflächen im Stadtgebiet – Neue Leitlinien für das städtische Grün“ in der Sitzung des Bau- und Werkausschusses am 9. Oktober 2019 beschlossen. Kernstück des Konzepts ist die ökologisch orientierte Mähweise für städtische Grünflächen.

Schonende Mahd schützt die Biene

Die Förderung von Wildblumen ist ein effizienter Beitrag gegen das Insektensterben und den Rückgang samen- und insektenfressender Vögel. Von der Förderung der Blütenbestäuber profitieren nicht nur Insekten, Vögel und Fledermäuse, sondern auch die Produktion von Obst, Gemüse und Honig. Je mehr Wildbienenarten neben der Honigbiene an der Bestäubung beteiligt sind, desto höher sind nachweislich die Erträge. Hummeln bestäuben zum Beispiel auch dann, wenn es für Honigbienen zu kalt ist. Blütenreiche Grünflächen werten das Straßenbild auf, denn sie wirken viel ansprechender als monotoner kurz gemähter Rasen oder Baumscheiben mit 0815-Bodendeckern. Hummeln, Schmetterlinge oder Käfer auf den Blüten ermöglichen gerade auch Kindern Naturbeobachtungen in der Stadt. Das Mäh­gut wird in der Kompostanlage zu regionaler Pflanzenerde verwertet, die den klimaschädlichen Abbau von Hochmoortorf ersetzen kann.

Bausteine der ökologischen Mähweise sind eine seltenere Mahd (ein- bis zweimal jährlich), schonende Mähweisen mit dem Balkenmäher und der Einsatz der Randstreifenmethode (Randstreifen werden dreimal jährlich gemäht, die Gesamtfläche nur einmal im Spätsommer). Stellenweise bleiben abgeblühte Bereiche bis zum Ende des Winters ste­hen.

Eingeschränkt wird die ökologische Mähweise durch die Sicherstellung der Verkehrs­sicherheit und aufgrund der vielfältigen Freizeitnutzungen auf den Fürther Grünflächen. Hier muss häufig und kurz ge­mäht werden.

Wertvolle Grünstreifen für den Artenschutz

Daher bittet das Grünflächenamt um Verständnis, wenn es Flächen gibt, bei denen augenscheinlich das Mähen „vergessen“ wurde. Nicht immer stellt sich dabei das in vielen Köpfen vorhandene Bild einer bunten Almwiese mit Klatschmohn und Kornblume ein. Es gibt auch unscheinbare Wildblumenarten, die nicht so üppig blühen oder es setzen sich an manchen Stellen die eher unattraktiven Gräser durch. Dennoch sind diese extensiv bewirtschafteten Flächen kleine Bausteine für eine ökologische und nachhaltige Bewirtschaftung auch im öffentlichen Grün.

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