Die infra erweitert ihren Fuhrpark um sieben neue Elektrobusse: vier Solo- und drei Gelenkbusse, die rund zwölf beziehungsweise 18 Meter lang sind, ergänzen nun die Fahrzeugflotte. Die Anschaffungskosten für alle “eCitaro”, so die Bezeichnung des Herstellers Mercedes Benz, lagen nach Angaben von infra-Chef Marcus Steurer zusammen bei knapp fünf Millionen Euro und sind damit in etwa knapp doppelt so hoch wie für normale Dieselbusse.
Knapp eine Million Euro steuerte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen eines Förderprogramms bei, hinzu kamen 1,13 Millionen Euro von der Regierung von Mittelfranken. Mit den Förderprogrammen sollen Verkehrsunternehmen bei der Modernisierung ihres Fuhrparks und der Umstellung auf lokal emissionsfreie und emissionsarme Antriebe unterstützt werden. “Mit der Umrüstung der Flotte, die übrigens im Zuge des normalen Fahrzeugaustausches stattfindet, gehen wir einen großen Schritt auf dem Weg, unsere Klimaziele zu erreichen”, so Oberbürgermeister Thomas Jung. Ziel sei es, innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Busflotte auf klimaneutral umzustellen.
Besonders in der Innenstadt schafft ein leiser und emissionsfreier Personennahverkehr Lebensqualität. “So bringen wir den Klima- und Umweltschutz und die Mobilitätswende vor Ort voran”, bekräftigt Steurer. Insbesondere auch deshalb, weil die Busse der infra mit 100 Prozent TÜV-zertifiziertem Ökostrom unterwegs sind. Konkret werden pro Bus und Jahr gegenüber einem Dieselmodell rund 65 Tonnen CO2 eingespart. Laut Herstellerangaben reicht eine Batterieladung eines Solobusses nun für bis zu 350 Kilometer, bei den Gelenkbussen etwa 250 Kilometer. Da bereits alle auf den Fürther Linien fahren, sind jetzt insgesamt 16 vollelektrisch betriebene Busse in Fürth im Einsatz.
Neben dem Umweltaspekt punkten die neuen Fahrzeuge vor allem mit einem umfassenden Sicherheitskonzept: Zwei Kameras am Dachrahmen und zwei hochformatige Monitore im Fahrerhaus ersetzen die konventionellen Spiegel. Mit der digitalen Darstellung erhält das Fahrpersonal eine deutlich erweiterte Rundumsicht und der tote Winkel wird reduziert. Die sogenannte MirrorCam arbeitet nahtlos mit dem Abbiege-Assistenten zusammen und bietet auch bei Regen und Dunkelheit eine gute Sicht.
Auf den Dächern der E-Busse sind sogenannte Pantographen verbaut. Das sind Stromabnehmer, über die die Busse geladen werden können. Die infra hat auf dem in der Humbserstraße beheimateten Busbetriebshof zusätzlich zu den schon vorhandenen sechs Ladeplätzen für rund 600 000 Euro weitere vier spezielle Ladeplätze für die E-Busse errichtet, sodass jetzt insgesamt zehn Busse gleichzeitig Strom tanken können.
Auch in den neuen “eCitaros” sind die mobilen Ticketautomaten verbaut, mit denen die Fahrgäste – aktuell noch in der Testphase – bequem und bargeldlos Einzel- oder Tagestickets direkt im Bus mit Karte oder Handy kaufen können.
Für Marcus Steurer ist die Anschaffung der E-Busse weit mehr als nur eine Investition in neue Fahrzeuge – es ist “eine Investition in die Zukunft unserer Stadt und der richtige Baustein für einen attraktiven Nahverkehr”.