Neues Logo, neuer Flyer, neuer Internet-Auftritt: Auch wenn das Design modernisiert wurde, ist und bleibt das Soziale Zentrum/Wärmestube in Fürth mit seinem vielfältigen Unterstützungs- und Beratungsangebot weiterhin eine eminent wichtige Anlaufstelle für Menschen in sozialen Notlagen.
Weg vom Sozialamt hin zur Stabstelle im städtischen Sozialreferat wurde die Einrichtung in der Hirschenstraße 37a auf professionellere Füße gestellt, erklärte der zuständige Sozialreferent Benedikt Döhla im Rahmen eines Pressegesprächs.
Neben dem Tagesaufenthalt im Zentrum mit kostenlosem Frühstück und günstigem Mittagessen sowie dem Fundgrube-Laden stehen vor allem niederschwellige Sozialberatungen in unterschiedlichen Problemlagen auf dem Portfolio.
Schwerpunkt der Arbeit ist dabei die Wohnungsberatung. “Allerdings”, bedauert Zentrumsleiter Thomas Bergsch, “können wir nicht intensiv bei der Wohnungssuche begleiten.” Vielmehr nehmen er und sein Team die betroffenen Menschen bei ihren ersten Schritten an die Hand. Hilfe zur Selbsthilfe ist dabei das Schlagwort. Doch mangelnde Sprachkenntnisse, ein fehlender Internetzugang oder auch der Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein sind erste Hürden, die gemeinsam genommen werden müssen.
“Hier können wir noch helfend unterstützen”, verrät die Wohnungsberaterin Marion Süß. Sie gibt ihrem Klientel ehrenamtlich Tipps, welche Wohnungsanbieter es gibt oder wie man sich auf Internetportalen auf eine Wohnung bewirbt. Dennoch, den letzten Schritt zu einer neuen Wohnung müssen ihre Klienten – meist mit Migrationshintergrund – allein gehen, oftmals vergebens. “Es gibt einfach zu wenig Wohnungen”, konstatiert Süß ernüchtert. Zudem würde sie sich, ob der stetig schwieriger und anspruchsvoller werdenden Fälle über mehr ehrenamtliche Mitstreiter freuen.
Etliche Wohnungssuchende kommen auch gleich „mit einem ganzen Rucksack an Problemen zu uns“, so Sandra Zintl. Finanzielle Engpässe, Gesundheits- oder Suchtprobleme sowie Energieschulden sind nur ein Teil der zu überwindenden Hindernisse, so die sozialpädagogische Leiterin der Wärmestube. Gerade letzteres werde auch zukünftig ein “Dauerthema” bleiben, weiß Sabine Rost, die sich intensiv um Energieproblematiken kümmert.
Hand in Hand mit der Wohnberatung geht die “Aufsuchende Sozialarbeit”. Nico Rösner und Axel Ludwig sind in der Westlichen Innenstadt Ansprechpartner für Menschen in schwierigen sozialen Lagen. Die Betroffenen haben zwar in der Regel eine Wohnung, doch oftmals leben sie unter äußerst prekären Bedingungen wie etwa Schimmel- und Schädlingsbefall sowie defekten Heizungen. Nicht selten müssen dabei dennoch überzogene Mieten gezahlt werden. Die beiden Sozialarbeiter nehmen in diesen Fällen Kontakt mit den Vermietern auf, um die Missstände zu beheben — mit wechselndem Erfolg. “Oftmals aber müssen nur die sprachlichen Barrieren überwunden werden”, so Rösner. Auch bei Nachbarschaftskonflikten vermitteln die Wärmestubenmitarbeiter.
Auch wenn die Fälle im Sozialen Zentrum/Wärmestube mehr und mehr schwieriger werden, blicken die Beteiligten trotz aller Herausforderungen optimistisch in die Zukunft. Mit der neuen Konzeption und dem ganzheitlichen Ansatz können Bergsch und sein Team umfassend helfen – und das "eher unbürokratisch".
Unterstützt wird das Soziale Zentrum Wärmestube vom gleichnamigen Förderverein, der eifrig Spenden sammelt.