© Steffen Oliver Riese für Contribution Global, www.steffenriese.de
Eine kurze Geschichte des Fairen Handels
Die Geschichte des Fairen Handels in Fürth reicht bis in die frühen 1970er Jahre zurück.
Die ersten sichtbaren Akzente des Fairen Handels in Fürth in den frühen 1970er Jahren setzten kirchliche Jugendgruppen mit Verkaufsaktionen, etwa in der Fußgängerzone oder auf der Michaelis-Kirchweih – der größten Veranstaltung in Fürth mit Millionen von Besuchenden.
In der Folgezeit ab den 1980er Jahren hat vor allem der Weltladen Fürth und die Kirchengruppen das Eine-Welt-Engagement geprägt. Sie setzten zahllose Aktionen um und führten zu einer immer weiter gehenden Professionalisierung der Strukturen vor Ort.
Ab den 2010er Jahren entstanden weitere wichtige Akteure mit "Farcap – Faire Mode" (Fachgeschäft mit bundesweit anerkannter Expertise im Bereich Textilien) sowie der Eine-Welt-Station für Bildungsarbeit. Farcap, Weltladen und Eine-Welt-Station gründeten und bezogen 2017 gemeinsam das "Welthaus", welches ein Meilenstein für den Fairen Handel in Fürth darstellt. Nicht nur die Umsätze mit Produkten sind seither deutlich gestiegen, sondern auch die Zahlen der erreichten Personen von Bildungsangeboten, die Projektpartnerschaften und die Zahl der Personen in Anstellung.
Im gleichen Jahrzehnt übernahmen außerdem auch andere Akteure Verantwortung und institutionalisierten ihr Engagement durch die Beteiligung an Kampagnen: So ist Fürth heute Fairtrade Stadt, hat zwei Fairtrade Schulen, eine Eine-Welt Kita und die erste Faire Volkshochschule in Deutschland. Auch der 2020 in Fürth gegründete Unverpacktladen "kleegrün" ist ein wichtiger Beteiligter des Fairen Handels in Fürth geworden.
Der Faire Handel in Fürth kann zufrieden auf steigende Umsatzzahlen, steigende Beteiligung und erfolgreiche Bemühungen in der Beschaffung blicken. Dies wurde unter anderem mit dem Titel "Hauptstadt des Fairen Handels" 2021 gewürdigt.
Die Fairtrade Stadt Fürth möchte diese gute Ausgangsposition für weitere positive Veränderungen nutzen. Dabei ist die Kooperation in Netzwerken wie den Weltläden in Nordbayern und der Fairen Metropolregion Nürnberg sehr wichtig. Denn nach wie vor ist das Ziel wirklich Fairen Handels noch weit entfernt.