© Stadtarchiv Fürth
Johann Wilhelm Kretschmer: Ansicht untere Königstraße
um 1830, Öl/ Leinwand, doubliert auf Pressspan aufgezogen, 74,7 x 94,6 cm, Städtische Sammlungen Fürth, Burgfarrnbach, X 960
Ansicht untere Königstraße, um 1830, Öl/ Leinwand, doubliert auf Pressspan aufgezogen, 74,7 x 94,6 cm, Städtische Sammlungen Fürth, Burgfarrnbach, X 960
© Stadtarchiv Fürth
Diese Stadtansicht von Fürth zeigt eine Darstellung der Königstraße mit ihrer städtischen Bebauung. Der sich von 1830 bis 1835 in München zum Studium aufhaltende Maler Johann Heinrich Wilhelm Kretschmer wurde vermutlich von der Familie Königswarter damit beauftragt, deren Haus, Königstraße 86, in Szene zu setzen. Das erklärt, warum gerade dieses Haus als das größte Gebäude auf dem Gemälde zu sehen ist.
Die großen Züge der Komposition bestehen in den leicht aus der Mitte versetzten, scheinbar zentralperspektivisch verlaufenden Linien der Straßenbegrenzung, die entsprechend von Häusern gesäumt werden. Erst im hinteren Drittel des Straßenzuges macht die Straße eine Biegung, auf die formal eine entgegengesetzt gebogene Wolkenbank darüber antwortet.
Die Lichtführung spielt auf diesem Gemälde eine große Rolle. Das Licht kommt aus östlicher Richtung, sodass die von NW nach SO verlaufende Straße ungleichmäßig den einfallenden Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Während auf der linken Seite braune, ockerfarbene und rotbraune Töne dominieren, sind rechts vor allem hellgelbe und helle Ockertöne zu finden. Die Vereinheitlichung bilden die fuchsrot in der Sonne aufglühenden Dächer der trauf- und giebelständigen Häuser. Sie sind allesamt verputzt, nur an dem ersten Haus rechts ist seitlich noch Fachwerk zu erkennen.
Erkennbar war der Künstler bestrebt, die dunkle Farbigkeit der Häuser links durch helle Akzente – hier ausgestellte Markisen – auszugleichen. Das Gemälde ist reichlich mit Staffagefiguren ausgestattet. Dabei achtete der Künstler auch hier auf Ausgewogenheit, indem er besonders die Schattenzonen mit Bildpersonal belebte. Überhaupt ist der Wechsel zwischen Licht und Schatten am Boden sehr dazu geeignet, die Lebhaftigkeit der Szenerie zu unterstützen.
Das Gemälde kam 1881 als Geschenk von Dr. Wilhelm Königswarter in die Städtischen Sammlungen.