Historische Stadtansicht der Unteren Königstraße mit mehreren mehrstöckigen Fachwerkhäusern, Menschen und Pferdekutschen auf einem breiten Platz unter blauem Himmel mit Wolken.

Fürther Gemäldesammlung wird neu entdeckt

Eine lange unbeachtete Gemäldesammlung mit teils bedeutenden Werken wird erstmals systematisch erfasst, neu gelagert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Stadtarchiv verfügt über eine bislang wenig beachtete Gemäldesammlung mit über tausend Werken, die über Jahrzehnte hinweg durch Schenkungen, Ankäufe und Nachlässe in den Besitz der Stadt gelangten. Darunter befinden sich auch Kunstwerke von erheblichem kunsthistorischem Wert. Die Sammlung war jedoch nur teilweise erfasst und wurde unter ungeeigneten Bedingungen gelagert, während gleichzeitig Platzbedarf für andere Zwecke bestand.

Um diese Situation zu verbessern, wurde ein umfassendes Projekt initiiert. Ziel ist es, den kulturhistorischen Wert der Werke zu bestimmen, eine sachgerechte Lagerung sicherzustellen und die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In Zusammenarbeit mit einem regionalen Auktionshaus wurden die Gemälde gesichtet, bewertet und professionell dokumentiert. 

Anschließend wurde die Sammlung in ein neues Depot überführt, das den konservatorischen Anforderungen entspricht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der öffentlichen Präsentation: Geplant sind zunächst mehrere Broschüren mit ausgewählten Werken sowie anschließend Ausstellungen in lokalen Galerien.

Durch diese Maßnahmen soll die bislang verborgene Sammlung erschlossen, wissenschaftlich nutzbar gemacht und langfristig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden.

Eine Auswahl an Gemälden der Städtischen Sammlungen Fürth

  • Gemälde einer Frau mit langem Haar und rotem Gewand, die ein Kind hält, das einen Apfel in der Hand hält, vor dunklem Hintergrund

    Madonna mit Kind und Weintraube

    Bei dem in der Fürther Sammlung befindlichen Gemälde handelt es sich um eine vermutlich in der Zeit nach 1600 geschaffene Kopie nach einem Gemälde von Lucas Cranach d. Ä. Dieses entstand etwa 1535 oder später und befindet sich heute in der National Gallery of Art in Washington D.C. in den USA.

    Werkbeschreibung

  • Porträt einer Person in historischer Kleidung mit kunstvoller Spitzenkrause, rotem Haarschmuck und gemustertem Gewand, die eine Blume hält

    Porträt einer Dame mit Rose

    Der Nürnberger Maler Lorenz Strauch (1554-1630), vermutlich ein Schüler von Nikolaus Juvenell d. Ä., schuf zahlreiche Porträts von Mitgliedern des Nürnberger Patriziats, wobei er großen Wert auf die Wiedergabe von Stofflichkeit legte.

    Werkbeschreibung

  • Landschaft mit See, verschiedenen Wasservögeln und einem Pfau auf einem Baumstamm

    Vogelparadies

    Jan van Kessel der Ältere (1626-1679) war als Enkel von Jan Brueghel d. Ä. der Familientradition verbunden und als Maler und Zeichner in Antwerpen tätig. Er spezialisierte sich auf Tierszenen, die für das begüterte Bürgertum in ganz Europa zu begehrten Sammelobjekten in den sich nunmehr etablierenden Kunstgalerien wurden.

    Werkbeschreibung

  • Sturmgepeitschtes Meer mit einem kleinen Segelboot vor einer felsigen Küste und einer Burg auf einem Hügel unter dramatischem Wolkenhimmel

    Schiff in Seenot

    Das Gemälde lebt von der prekären Situation des Schiffes und seiner Mannschaft, und man kann über den Ausgang des Geschehens nur spekulieren.

    Werkbeschreibung

  • Gruppe historisch gekleideter Personen vor Zelten mit einer knienden Frau im Vordergrund und einem Mann mit rotem Umhang, der eine Fahne hält

    David und Abigael

    Das Historiengemälde gehört zu einer Gruppe von Werken, die Tiepolo während seines Aufenthaltes in Würzburg für private Auftraggeber schuf.

    Werkbeschreibung

  • Stillleben mit Totenschädel, Krone, Sanduhr, Helm, Spiegel und weiteren Gegenständen auf einem Tisch vor einer Mauer mit Pflanzen

    Vanitas-Stillleben

    Worum geht es bei diesem Sammelsurium von Gegenständen, die auf einem Tisch mit roter Seidendecke aufgetürmt werden? Es soll die Vergänglichkeit allen irdischen Strebens vor Augen geführt werden.

    Werkbeschreibung

  • Zwei Wanderer stehen auf einem Felsen in einer nebligen, bergigen Landschaft mit dramatischem Himmel und großen Felsformationen

    Walpurgisnacht im Harz

    Geführt von einem Irrlicht steigen Faust und Mephisto in der Walpurgisnacht auf den Blocksberg und betrachten dort das wilde Treiben der Hexen. Peter Conrad Schreiber reichte dieses Gemälde für die Berliner Kunstausstellung des Jahres 1838 ein und erhielt dafür große Anerkennung.

    Werkbeschreibung

  • Historische Stadtansicht der Unteren Königstraße mit mehreren mehrstöckigen Fachwerkhäusern, Menschen und Pferdekutschen auf einem breiten Platz unter blauem Himmel mit Wolken.

    Ansicht untere Königstraße

    Diese Stadtansicht von Fürth zeigt eine Darstellung der Königstraße mit ihrer städtischen Bebauung. Der sich von 1830 bis 1835 in München zum Studium aufhaltende Maler Johann Heinrich Wilhelm Kretschmer wurde vermutlich von der Familie Königswarter damit beauftragt, deren Haus, Königstraße 86, in Szene zu setzen.

    Werkbeschreibung

  • Eine Frau mit einem Heiligenschein über dem Kopf sitzt auf einem Feld und ist von mehreren Kindern umgeben, von denen einige sitzen und andere stehen

    Caritas

    Bei dem sich in der städtischen Gemäldegalerie Fürth befindliche großformatige Bild mit einer Allegorie der Caritas handelt es sich wahrscheinlich um eine Auftragsarbeit aus dem begüterten Bürgertum.

    Werkbeschreibung

  • Porträt eines sitzenden Mannes mit Hut und Brille in einem Innenraum

    Selbstporträt

    Das spontan wirkende Selbstporträt entstand im Jahr 1938 und zeigt den damals 33jährigen Maler Georg Weidenbacher.

    Werkbeschreibung