© Stadtarchiv Fürth
Giambattista Tiepolo: David und Abigael
1752, Öl/ Leinwand, 84,0 x 106,5 cm, Städtische Sammlungen Fürth, Burgfarrnbach, X 989
David und Abigael, 1752, Öl/ Leinwand, 84,0 x 106,5 cm Städtische Sammlungen Fürth, Burgfarrnbach, X 989
Das Historiengemälde gehört zu einer Gruppe von Werken, die Tiepolo während seines Aufenthaltes in Würzburg für private Auftraggeber schuf.
Die Geschichte stammt aus dem 1. Buch Samuel, 25 ff.: Abigaels Gatte, Nabal, hatte David nicht zum Festmahl geladen, und Abigael, die die Rache Davids fürchtete, nahm die Speisen und brachte sie David. Kurz darauf wurde sie zur Witwe und David ließ Abigael wissen, dass er sie zur Frau nehmen wolle. Tiepolo zeigt die Schlüsselszene der Geschichte: Abigael liegt vor David auf den Knien und bietet ihm die mitgebrachten Speisen an, um ihn zu besänftigen. David ist hinter die Kniende getreten, und seine Geste, die Berührung an ihrer Schulter verweist auf seine spätere Verbindung mit Abigael. Anstelle des in der Bibel erwähnten Esels lagert ein Dromedar hinter der felsigen Plattform mit den Hauptprotagonisten.
Ein Knecht lädt die mitgebrachten Speisen ab, wobei er von einem Diener unterstützt wird. Raumtiefe wird durch schräg in den Hintergrund gestaffelte Zelte gewonnen, denen ein mächtiger Gebirgsstock antwortet. Während also die linke Bildhälfte den Blick in die Landschaft und auf das bewaffnete Heer Davids gewährt, versammelt sich das überschaubare Bildpersonal in der rechten Hälfte auf einer schmalen Bühne vor der dunklen Folie einer hochgeschlagenen Zeltplane. Die Schnittstelle zwischen den beiden Bereichen nimmt die Figur des breitbeinig hinter Abigael stehenden David ein. Das Protagonistenpaar ist auch durch die Lichtführung im Gemälde hervorgehoben.