Ansicht des Schloss Burgfarrnbach mit Park im Vordergrund.

Unbekannt (nach Lukas Cranach d. Ä.): Madonna mit Kind und Weintraube

nach 1600, Öl/ Walnussholz, 54,0 x 77,5 cm, Städtische Sammlungen Fürth, Burgfarrnbach, X 873

Eine Steinbrüstung setzt den Betrachter zu der frontal stehenden Maria in Distanz. Sie stützt den auf einem Bein vor ihr auf dem Gesims stehenden Jesusknaben mit ihrer linken Hand unter der Achsel und bietet ihm mit der rechten Hand Weinbeeren an, von denen der Jesusknabe nascht. Zwischen dem Knie seines hochgezogenen linken Beines und seiner linken Hand hält er einen Apfel. 

Auf der Brüstung finden sich ferner links von Maria ein mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefülltes Glas und rechts daneben ein weiterer Apfel. Der Apfel in der Mittelachse ist unmittelbar auf Maria zu beziehen und deutet sie so als neue Eva. Ihre Reinheit und Jungfräulichkeit werden durch das von Licht durchflutete Glasgefäß symbolisiert. Der Apfel in der Hand des Jesuskindes verweist auf dessen Rolle als Erlöser der Menschheit. Die Traube steht sowohl für die Selbstaufopferung Jesu als auch für die Einsetzung des Abendmahls.

Bei dem in der Fürther Sammlung befindlichen Gemälde handelt es sich um eine vermutlich in der Zeit nach 1600 geschaffene Kopie nach einem Gemälde von Lucas Cranach d. Ä. Dieses entstand etwa 1535 oder später und befindet sich heute in der National Gallery of Art in Washington D.C. in den USA. Trotz der Abweichungen im Kolorit gegenüber dem Original von Cranach erscheint die Kopie farblich doch harmonisch. Dies wurde schon 1913 bei einer kunsthistorischen Einschätzung des Fürther Gemäldes durch das Germanische Nationalmuseum Nürnberg festgestellt, in der „…die mittelgute Arbeit, trotz einiger formaler Schwächen koloristisch nicht ohne Reiz…“ beurteilt wurde.