Ansicht des Schloss Burgfarrnbach mit Park im Vordergrund.

Umkreis der Malerfamilie Peeters: Schiff in Seenot

17. Jh., Öl/ Holz, 45,0 x 68,0 cm, Städtische Sammlungen Fürth, Burgfarrnbach, X 833

Gezeigt wird eine dramatische Situation vor einer Felsenküste. Neben schwarz-düsteren Sturmwolken am Himmel verheißt grelles Licht nichts Gutes für den in sichtlichen Schwierigkeiten befindlichen Zweimaster im Vordergrund. Noch versucht die Mannschaft, die Segel zu bergen, was jedoch angesichts der tosenden See kaum möglich erscheint.

Rechts im Vordergrund, am felsigen Ufer, wohnen bewaffnete Beobachter dem Schauspiel bei. Es könnte sich bei ihnen um Strandräuber handeln, die die zu erwartende Beute taxieren. Ihre Passivität steht in völligem Kontrast zu den um Schiff und Leben kämpfenden Matrosen. Im Mittelgrund ist eine zum Teil wild zerklüftete Felsenküste mit Brandungstor zu sehen, vor dem ein zweites Schiff unterzugehen droht. Hoch über dem Meer liegt eine befestigte Stadt und dahinter im Dunst sieht man Schiffe, sicher im Hafen liegend. Die Wogen der durch den Sturm aufgepeitschten See weisen charakteristische Rocailleformen auf, die sich wie Klauen aus dem Meer erheben. Nur die Wasserfontänen blasenden Delphine scheinen ihre Freude am Tosen des Meeres zu haben.

Die Lichtführung im Gemälde lässt das Boot im Vordergrund ebenso im Schatten wie die Zuschauer am rechten Rand des Gemäldes. Dadurch wird der Blick des Betrachters auf die Schaumkronen des Meeres und die bizarre, turmartig ansteigende Felsenküste gelenkt. Das von Grautönen dominierte Kolorit wird im Bereich der Felsenküste mit Rosa- und Blautönen
vermischt, auch die See weist Farbnuancen von Blaugrau bis Beige auf. Somit kommt es auf dem Felsen zu einer verhaltenen Trias von Blau, Gelb und Rot, die sich intensiv-farbig nur punktuell bei der Mannschaft des Segelbootes und bei den Strandräubern zeigt. Die durch die beiden Masten vorgegebenen Bildachsen werden von der Schräge des Felsenturmes aufgenommen. Als Gegengewicht dazu fungieren die großen dunklen Wolkenhaufen, die sich von rechts auf die Felsenküste zuzubewegen scheinen.

Das Gemälde lebt von der prekären Situation des Schiffes und seiner Mannschaft, und man kann über den Ausgang des Geschehens nur spekulieren.