Ansicht des Schloss Burgfarrnbach mit Park im Vordergrund.

Jan van Kessel: Vogelparadies

1675, Öl/ Kupfer, 23,5 x 33,5 cm, Städtische Sammlungen Fürth, Burgfarrnbach, X 828

Jan van Kessel der Ältere (1626-1679) war als Enkel von Jan Brueghel d. Ä. der Familientradition verbunden und als Maler und Zeichner in Antwerpen tätig. Er spezialisierte sich auf Tierszenen, die für das begüterte Bürgertum in ganz Europa zu begehrten Sammelobjekten in den sich nunmehr etablierenden Kunstgalerien wurden.

Bei dem vorliegenden Gemälde fällt auf, dass sich der Maler nicht auf einheimische Vögel beschränkte, wenngleich Wasservögel, wie Schwäne, Gänse und Reiher links im Bild dies vermuten lassen. Sie stehen vielmehr den am Ufer gezeigten exotischen Vögeln, wie einem Pfauenpaar, einem Truthahn und einem großen Laufvogel (Strauß?) gegenüber.

Letzere könnten dabei als Vertreter der Kontinente Asien, Amerika und Afrika interpretiert werden. Auch in der Luft und in den Zweigen eines am Ufer stehenden Baumes finden sich einheimische wie exotische Vögel, von denen sich anhand des Gefieders Pirol, Eisvogel und eventuell auch der Bienenfresser identifizieren lassen.

Jan van Kessels Werke wurden von seinen Zeitgenossen hochgeschätzt. Das Gemälde kam durch den Nachlass des Philosophen Prof. Hermann Glockner (geb. 1896 in Fürth) im Jahr 1979 in den Besitz der Städtischen Sammlungen Fürth.