Ansicht des Schloss Burgfarrnbach mit Park im Vordergrund.

Peter Conrad Schreiber: Walpurgisnacht im Harz

wohl 1838, Öl/ Leinwand, 62,0 x 51,0 cm, Städtische Sammlungen Fürth, Burgfarrnbach, X 853

Geführt von einem Irrlicht steigen Faust und Mephisto in der Walpurgisnacht auf den Blocksberg und betrachten dort das wilde Treiben der Hexen. Schreiber diente diese Szene aus Faust I von Johann Wolfgang von Goethe (1808) als Rahmenhandlung für die Darstellung einer phantastischen Landschaft. Dunkel ragen schroffe Felsen und dürre Nadelbäume auf. Am Gipfel des
Brockens liegt noch Schnee, und die beiden Protagonisten sind als Rückenfiguren so ins Bild gesetzt, dass der Bildbetrachter diese, von einem entfernten, höheren Blickpunkt aus, deutlich erkennen kann. Aus den die beiden Männer umgebenden Tälern und Felsklüften steigt Nebel auf, aus dem sich fliegende Dämonen und eine Hexenprozession erheben.

Mächtige Felsentürme ragen seitlich auf und geben in der Mitte den Blick auf eine hoch ansetzende Horizontlinie frei. Dort, in der Ferne, lodert auf einer schneebedeckten Hügelkuppe ein großes Feuer. Der Mond in schwefelgelben Wolken ist nur eine von mehreren Lichtquellen für die Szenerie, die von dem literarisch belegten Irrlicht, den Lichtreflexen auf dem Schnee, und einem aus den nebelverhangenen Tälern widernatürlichen Aufglühen beleuchtet wird. 

Schreiber reichte dieses Gemälde für die Berliner Kunstausstellung des Jahres 1838 ein und erhielt dafür große Anerkennung.